Sparkassen-Werbung
Die Rache der 08/15-Bank an der Commerzbank

Die Commerzbank teilt in ihren Werbespots gerne gegen die Konkurrenz aus. Nun folgt die bissige Retourkutsche aus dem Sparkassenlager: Sie lässt ihren Kundenschreck Lohmann von der 08/15-Bank von der Leine.


FrankfurtEin Mann joggt durch Frankfurt. Kurzatmig und wenig sportlich trabt er im grauen Jogging-Hoodie die Strecke entlang, die üblicherweise die Werbeikone der Commerzbank, Filialdirektorin Lena Kuske, nimmt. Es ist Lohmann, der phantasiebefreite Kundenschreck der 08/15-Bank aus der Sparkassen-Werbung. Die 08/15-Bank steht in den Spots stets für alles, was die Sparkassen auf keinen Fall sein wollen. Und in dieser neuen Werbung trägt diese 08/15-Bank unverkennbar die Züge der Commerzbank.

Auch Lohmann, der Alptraum jedes Kunden, stellt im Off die Frage, woran es liegt, dass die Menschen den Banken nicht mehr vertrauen. Peinlich genau hält er sich in der Persiflage zunächst an den Text, mit dem Lena Kuske vor zwei Jahren erstmals das Bild einer Bank beschwor, die aus ihren Fehlern gelernt hatte. Aber statt über geläuterte Banken zu säuseln, spricht Lohmann Klartext. „Zeit, dass jemand mal sagt, was wir wirklich denken“, pustet er.

Zum Beispiel: „Woher wollen die Kunden denn wissen, ob sie uns vertrauen können“, fragt er während er einem Arbeiter im Vorbeirennen das Brötchen klaut. „Die kennen uns doch gar nicht.“ Und was die Bank mit dem Geld ihrer Kunden mache?  „Na was wohl? Den höchsten Turm bauen!“ Es ist sicherlich ein dummer Zufall, dass gerade in dem Moment die Kamera auf den Commerzbank-Tower schwenkt, das höchste Gebäude Deutschlands.

„Wir haben uns nicht gefragt, braucht Deutschland eine bessere Bank, sondern: braucht eine Bank Kunden, die bei ihrem Geld mitreden wollen“, fragt sich Lohmann als er wie Kuske im Fahrstuhl nach oben fährt und sich die Krawatte richtet. Die Antwort von Lohmann, „Experten für Kommerz & Bankfilialen“, sie lässt sich erahnen. „Ne, ganz bestimmt nicht. Wir sind hier ja nicht bei der Sparkasse.“ Soviel zum Kundenverständnis der 08/15-Bank, die mit dem Claim wirbt „Die andere Seite an ihrer Bank“.

Bislang hatten die Sparkassen nie genau gesagt, wer diese 08/15-Bank eigentlich sein soll. Sie grenzte sich eher pauschal von anderen Banken ab.  Mit dem aktuellen Auftritt, entworfen von der Agentur „Jung von Matt/Spree“, reagieren die Sparkassen aber wohl auf die sich häufenden Seitenhiebe der Commerzbank. Denn seit einiger Zeit stichelt die Commerzbank auch recht konkret gegen ihre Wettbewerber. Mal machte sich Lena Kuske über die Slogans der Konkurrenz lustig, mal hob die Commerzbank hervor, dass sie anders als andere Banken keine Filialen schließen würde.

Vor allem das mit den Filialschließungen dürfte gerade den Sparkassen wehtun: Sie werben mit Nähe, geraten derzeit aber immer wieder mit Filialschließungen in die Schlagzeilen. „Es gehört schon etwas Dreistigkeit dazu, mit einem Filialnetz, das gerade einmal 1.100 Standorte zählt, die Konkurrenz wegen der Schließung von Filialen anzuschwärzen“, sagte Silke Lehm, Leiterin Marketing-Kommunikation beim DSGV. „Das wollten wir als Sparkassen nicht einfach so stehen lassen und deshalb hat die 08/15-Bank jetzt die passende Antwort auf die Kampagne gegeben.“
Auf die Frage, ob demnächst noch mehr Banker in grauen Hoodies durch die Gegend joggen werden, antwortete Lehm: „Ich hoffe nicht. Aber das ist Sache zwischen der Commerzbank und der 08/15 Bank.“ Die Commerzbank nahm die Angelegenheit sportlich: „Die Persiflage unserer Kampagne ist ein schöner Beleg für ihren Erfolg“, sagte ein Sprecher.

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