Sparprogramm
US-Investmentbank Lazard streicht Stellen

Die US-Investmentbank Lazard will kräftig sparen. Dabei soll es auch Einschnitte beim Personal geben und Kürzungen von Bonuszahlungen.
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New YorkDie Krise im Investmentbanking trifft nun auch die kleinen und unabhängigen Institute: Die US-Investmentbank Lazard kündigte am Donnerstag ein Sparprogramm über 125 Millionen Dollar (96 Millionen Euro an), dem auch Arbeitsplätze zum Opfer fallen sollen. 85 Millionen Dollar sollen am Personal gespart werden, 40 Millionen an Sachkosten. Zusammen macht das knapp acht Prozent der Gesamtkosten der Bank aus, die Ende 2011 rund 2600 Menschen weltweit beschäftigte. Im dritten Quartal sanken die Einnahmen des Instituts um fünf Prozent, der Nettogewinn brach um fast die Hälfte auf 33 Millionen Dollar ein.

Die Einsparungen trieben die Lazard-Aktie zur Eröffnung am Donnerstag um 4,7 Prozent auf 29,62 Euro. Bis Ende 2014 will Lazard eigene Aktien für bis zu 200 Millionen Dollar zurückkaufen. Unternehmen wie Lazard oder Rothschild hatten sich in der Finanzkrise besser gehalten, weil sie als Berater etwa bei Übernahmen oder Börsengängen weniger vom Erfolg an den Finanzmärkten abhängig sind. Doch die Zahl und das Volumen der Fusionen und Übernahmen schrumpft: Die Personalkosten machten bei Lazard zuletzt 63 (2011: 59) Prozent der Gesamtkosten aus - eine der höchsten Quoten in der Branche. Künftig sollen es nur noch 55 Prozent sein. "Es ist hart, und es ist ein holpriges Umfeld", sagte Vorstandschef Ken Jacobs in einem Interview. Neben Stellenstreichungen seien auch Bonuskürzungen möglich.

"Wir glauben, dass die Maßnahmen unsere Rendite verbessern werden, aber einen minimalen Einfluss auf das Wachstum unserer Einnahmen haben", hofft Finanzvorstand Matthieu Bucaille. Im April hatte Lazard für 2014 eine operative Rendite von 25 Prozent der Erlöse in Aussicht gestellt. Nächstes Jahr sollen es 21 oder 22 Prozent werden - im dritten Quartal schaffte die Bank aber nur 15,8 Prozent, obwohl sie zuletzt etwa die Deutsche Telekom bei der Fusion ihrer US-Tochter T-Mobile mit MetroPCS beraten hatte.

Zunächst kostet das Sparprogramm Geld: 110 Millionen bis 130 Millionen Dollar sollen dafür vor allem im laufenden vierten Quartal ausgegeben werden. Zwei Drittel der erhofften Einsparungen sollen schon im nächsten Jahr wirksam werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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