Sparprogramm
Zwist um Abfindungen bei BHF-Bank

Das Klima bei der Deutsche-Bank-Tochter ist belastet. Leitende Angestellte, die entlassen werden sollen, beklagen zu geringe Entschädigungen. Intern gibt es aber auch Verständnis für die Linie des Vorstands.
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FrankfurtBei der BHF-Bank ist die Stimmung zum Jahreswechsel gedrückt. Die Zukunft des Traditionshauses bleibt ungewiss, weil der angestrebte Verkauf des Instituts durch die Mutter Deutsche Bank noch nicht abgeschlossen wurde. Gleichzeitig werden Mitarbeiter entlassen. Als ob das nicht schon belastend genug wäre, gibt es zusätzlichen Ärger mit leitenden Angestellten. Sie fühlen sich zu billig abgespeist angesichts der offerierten Abfindung. „Der entscheidende Baustein in der Berechnung der angebotenen Abfindung ist deutlich niedriger als für den Rest der Belegschaft“, klagt ein Manager.

Die Bank will in den kommenden Jahren kräftig sparen, um sich attraktiver zu machen, und baut bis Anfang 2015 rund 270 der aktuell noch gut 1300 Arbeitsplätze ab. In einem Brief an die Mitarbeiter hatte Vorstandschef Björn Hendrik Robens im Herbst die Belegschaft auf einen harten Sparkurs vorbereitet. Für dauerhaftes Wachstum sei es zwingend notwendig, die operativen Kosten signifikant zu reduzieren. So soll die Bank wieder die Gewinnzone erreichen.

Doch das interessiert die Manager, die entlassen werden sollen, wenig. Sie fühlen sich benachteiligt. Der Grund: Das durchschnittliche Monatseinkommen für die leitenden Angestellten soll nur noch mit dem Faktor 0,5 multipliziert werden, bei den anderen Mitarbeitern komme dagegen im Mittel der Faktor 1,0 zum Tragen, hieß es aus der Belegschaft der Bank. Die daraus resultierende Summe werde dann mit der Anzahl der Betriebsjahre multipliziert. Ein Sprecher der BHF-Bank wollte zu den Informationen keine Stellungnahme abgeben.

In Bankkreisen hieß es, potenziell betroffen von der schlechteren Abfindungsformel seien rund zwei Dutzend leitende Angestellte. Für die Mehrheit der Beschäftigten habe man dagegen mit dem Betriebsrat eine einvernehmliche, faire Lösung gefunden. Gleichzeitig wird gegen die leitenden Angestellten argumentiert: Sie hätten in den vergangenen Jahren das Vielfache eines normalen Mitarbeiters verdient und müssten deshalb auch ein höheres Risiko tragen, heißt es in den Bankkreisen weiter.

Der Ärger bei den betroffenen Führungskräften unterhalb des Vorstands ist groß, nachdem die Manager auch in den schwierigen letzten eineinhalb Jahren der BHF die Treue gehalten haben. „Es passt nicht zum Stil des Hauses, dass das Top-Management so mit lang gedienten Mitarbeitern umspringt“, sagt ein Manager.

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  • wasser predigen und selber sekt trinken, wie man dem neuesten geschäftsbericht der bhf-bank entnehmen kann,
    hat der vorstand keinerlei abstriche bei seinem gehalt erfahren.

  • Bald werden deren Luxuskarossen und Wochenendhäuser brennen.
    Für das Gehalt dieser Profi-Kaffeetrinker und Ar***kriecher könnte man 5-10 Mehrwert generierende Mitarbeiter im Unternehmen halten.

  • Die leitenden Angestellten sind doch LEISTUNGSTRÄGER und FACKRÄFTE. Daher werden sie doch bei dem herrschenden FACHKRÄFTEMANGEL sofort neue hochbezahlte Jobs bekommen. Von daher müssten sie also Abfindungen ablehnen, da nichts abzufinden ist, oder?

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