Spekulationsgeschäfte: Deutsche Bank macht Zugeständnis

Spekulationsgeschäfte
Deutsche Bank macht Zugeständnis

Im Streit über riskante Zinsgeschäfte gibt es erste Einigungen mit Mittelständlern. Doch eine Kehrtwende, gar ein Einlenken der Bank bedeuten diese knapp ein Dutzend Einzelfälle wohl nicht. Die Zahl der Klagen gegen Deutschlands größtes Kreditinstitut steigt weiter an.

FRANKFURT. Im Streit mit Mittelständlern und Kommunen über hochriskante Zinsprodukte zeichnet sich eine Abkehr der Deutschen Bank von ihrer kompromisslosen Haltung ab. Das Geldinstitut habe sich in einem knappen Dutzend Fällen außergerichtlich mit Betroffenen geeinigt, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen dem Handelsblatt. Bei einem Fall handele es sich um den baden-württembergischen Baubeschlagshändler VBH Holding. Weder das Unternehmen noch die Deutsche Bank wollten sich dazu äußern.

Zahlreiche Unternehmen und kommunale Betriebe hatten mit hochkomplexen Finanzprodukten ihre Zinslasten senken wollen. Allerdings türmten sich in vielen Fällen Verluste auf, weil die zugrundeliegenden Spekulationen nicht aufgingen. Die Deutsche Bank hatte vor allem im Jahr 2005 ein risikoreiches Zinsderivat mit dem Namen „CMS-Spread-Ladder-Swap“ an angeblich bis zu 700 Kommunen, kommunale Unternehmen und Mittelständler verkauft. Auch andere Banken hatten ähnliche Produkte vertrieben, aber in kleinerem Umfang. Die Klagen kommen für die Deutsche Bank zu einem ungünstigen Zeitpunkt, will sie doch unter Deutschlandchef Jürgen Fitschen ihr Mittelstandsgeschäft stärken.

Die Einigungen wurden den Angaben zufolge mit Unternehmen erzielt, die noch keine Klage eingereicht hatten. In einem Fall in Berlin hat sich die Bank zudem mit einem Bauunternehmen nach einem Urteil in erster Instanz verglichen. Das Landgericht Berlin hatte das Institut dazu verurteilt, die Hälfte der Verluste zu tragen. Deutschlands größtes Geldhaus zeigt offenbar in Fällen Entgegenkommen, in denen sie Beratungsdefizite feststellt. Sie beendet dann das Geschäft und übernimmt mitunter einen Teil der Verluste.

Eine durchgängige Kehrtwende in der Strategie der Deutschen Bank sind die nun bekanntgewordenen Einigungen nicht. Denn in anderen Fällen zeichnet sich keine Einigungsbereitschaft ab. „Es gibt Fälle, in denen die Bank den Streit recht schnell abwickelt, und andere, in denen die Tür komplett zu ist“, heißt es in Anwaltskreisen. Im Fall der Stadt Hagen etwa verliefen monatelange Gespräche ergebnislos. Die Stadt hat die Deutsche Bank in dieser Woche auf Schadensersatz von bis zu 57 Mill. Euro verklagt.

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