Spezielle Regeln Schweizer Geldhäuser wollen keine US-Kunden

Kunden mit amerikanischem Pass sind Schweizer Banken derzeit nur noch unter Vorbehalt willkommen. UBS und Credit Suisse Group verlangen von US- Bürgern, ihre Konten in eigens gegründete Gesellschaften zu transferieren, die in den Vereinigten Staaten registriert sind. Wer damit nicht einverstanden ist, verliert sein Konto.
Filiale der Credit Suisse: US-Bürger sind bei Schweizer Banken keine gern gesehenen Gäste mehr. Quelle: dpa

Filiale der Credit Suisse: US-Bürger sind bei Schweizer Banken keine gern gesehenen Gäste mehr.

(Foto: dpa)

HB NEW YORK. Die UBS kündigte im Juli vergangenen Jahres an, sie werde für sämtliche in den USA steuerpflichtige Kunden das Auslandsbankengeschäft und Anlagedienstleistungen nur noch über in den USA registrierte Tochtergesellschaften anbieten. Das gleiche Modell verfolgt die Bank Sarasin.

Kleinere Privatbanken, darunter Mirabaud aus Genf, schließen einfach die Konten von US-Kunden. Zwar wollen die Banken nicht sagen, wie viele Personen betroffen sind. Aber mehr als fünf Millionen Amerikaner leben im Ausland, davon etwa 30 000 in der Schweiz, schätzt American Citizens Abroad in Genf.

Wenn die Schweizer Banken diesen Kunden Dienstleistungen anbieten, müssen sie sich bei der US- Börsenaufsicht SEC registrieren lassen. „Meine Bank will das nicht, daher werden wir für US-Bürger kein Anlagekonto akzeptieren“, erläuterte Pierre Mirabaud, Vorsitzender von Mirabaud und Präsident des Schweizer Bankenverbandes. Eine Registrierung bei der SEC bedeutet, dass die Kunden nicht den Schutz des Schweizer Bankgeheimnisses genießen.

Im März hat die Schweiz mitgeteilt, sie werde bei internationalen Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung mitwirken. Zuvor hatte die UBS eingeräumt, dass sie US-Kunden geholfen hat, illegal weniger Steuern zu zahlen. Seither hat die amerikanische Steuerbehörde IRS den Druck auf US-Bürger erhöht: Bis zum 23. September müssen alle Auslandskonten deklariert werden.

Die USA planen zudem, die Berichts- und Prüfungsanforderungen für ausländische Banken, die im Namen des IRS Steuern einbehalten dürfen, zu verschärfen. „Die IRS erwägt, den Kreis der qualifizierten Intermediäre auszuweiten, ihre Steuergesetze zu exportieren und Schweizer Banken zu Agenten der IRS zu machen“, klagt James Nason, Sprecher des Schweizer Bankenverbands. „Amerikanische Kunden kommen sich allmählich wie Aussätzige vor“, sagt Charles C. Adams von der Rechtsanwaltskanzlei Hogan & Hartson LLP in Genf. Eine seit 40 Jahren in Genf lebende Amerikanerin berichtet, die Bank Zweiplus und die Genfer Filiale der Raiffeisen International hätten sich geweigert, für sie ein Konto zu eröffnen.

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