Spielkasino in Las Vegas
Deutsche Bank wird das „Cosmopolitan“ los

Es gehörte zu den Altlasten der Deutschen Bank und brachte vor allem Verluste: das „Cosmopolitan“ in Las Vegas. Nach langer Suche hat das Geldhaus einen Käufer gefunden – und bekommt noch rund 1,2 Milliarden Euro.
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FrankfurtDie Deutsche Bank ist ihr Kasino in der US-Spielermetropole Las Vegas losgeworden. Ein Immobilienfonds des US-Finanzinvestors Blackstone zahlt 1,73 Milliarden Dollar (1,26 Milliarden Euro) für das „Cosmopolitan of Las Vegas“, wie die Deutsche Bank am Donnerstag mitteilte. Das Milliardenprojekt ist eine der Altlasten des Frankfurter Geldhauses aus den Boomzeiten vor der Finanzkrise.

Sie hatte sich entschlossen, den Glücksspiel- und Hotel-Komplex selbst fertigbauen zu lassen und zu betreiben, nachdem der ursprüngliche Bauherr Bruce Eichner einen Kredit der Deutschen Bank für das halbfertige Gebäude nicht mehr bedienen konnte. Das „Cosmopolitan" war mit Krediten von 3,9 Milliarden Dollar finanziert worden.

Letztlich habe die Deutsche Bank das Kasino sogar mit einem „kleinen Gewinn“ verkauft, sagte ein Sprecher. Sie hatte ihr Engagement aber vorher immer wieder abgeschrieben. Insgesamt endet der Ausflug in die Glücksspiel-Branche also mit einem Verlust für die Bank. Der luxuriöse Komplex mit fast 3.000 Hotelzimmern, dem Kasino, einem Theater und mehreren Restaurants am legendären „Las Vegas Strip“ steckt seit 2012 in der internen „Bad Bank“, mit Investments, die die Deutsche Bank loswerden will.

Im vergangenen Jahr hat das „Cosmopolitan“ bei 652 Millionen Dollar Umsatz einen operativen Gewinn von gut 100 Millionen Dollar erwirtschaftet. Die Finanzierungskosten hielten die Betreibergesellschaft aber in den roten Zahlen. Die Finanzkrise hatte auch das Glücksspielgeschäft in den USA in Mitleidenschaft gezogen.

Die Deutsche Bank hatte 2008 das aus zwei mehr als 50 Stockwerke hohen Türmen bestehende Gebäude in einer Zwangsversteigerung übernommen. 2010 wurde es eröffnet. „Unser Kasino läuft gut“, berichtete Deutsche-Bank-Finanzchef Stefan Krause seither stereotyp – und doppeldeutig: Kritiker von Investmentbanken bezeichnen auch deren Handelsräume oft als „Kasinos“, weil dort mit großen Summen auf Entwicklungen an den Finanzmärkten gewettet wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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