Spitzentreffen mit Gesamtbetriebsrat ohne Ackermann: Deutsche Bank: Stellenabbau ohne Kündigungen geplant

Spitzentreffen mit Gesamtbetriebsrat ohne Ackermann
Deutsche Bank: Stellenabbau ohne Kündigungen geplant

Am Dienstag haben sich Vorstand und Gesamtbetriebsrat der Deutschen Bank bei einem Spitzengespräch über den umstrittenen Stellenabbau angenähert. Der Konzern hält zwar am geplanten Abbau von knapp 2000 Stellen in Deutschland fest, will dabei nun aber auf Entlassungen verzichten.

HB FRANKFURT. „Die Zahl von per saldo 1920 wegfallenden Stellen steht nicht in Frage“, sagte ein Sprecher der Bank am Dienstag. Es werde allerdings keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Der Betriebsrat sprach in einer Erklärung von einer „Annäherung der Positionen“ mit dem Bank-Vorstand. Ziel sei es, in Deutschland zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, hieß es. Konkreter wurden die Arbeitnehmervertreter nicht.

An dem Treffen nahmen Personalvorstand Tessen von Heydebreck und Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti sowie die Spitzen des Betriebsrats teil. Die Betriebsräte wollen eine Rücknahme oder eine Korrektur des beschlossenen Abbaus, mit dem die größte deutsche Bank ihre Kosten senken will, um die im internationalen Wettbewerb vergleichsweise niedrige Rendite zu erhöhen. Konzernchef Josef Ackermann, der zuletzt für seine Sparpläne bei gleichzeitig stark steigenden Gewinnen heftig von Politikern und Gewerkschaftern kritisiert worden war, nahm an dem Treffen nicht teil.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erneuerte unterdessen ihre Kritik an den Plänen der Deutschen Bank. „Wer in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit Tausende von Stellen streicht, obwohl er hohe Gewinne einfährt, handelt nicht im Sinne der Verfassung“, sagte Uwe Foullong, der im Bundesvorstand der Gewerkschaft für die Branche zuständig ist. „Eine Unternehmenspolitik von solcher Kälte ist unvereinbar mit dem Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft.“ Allerdings sei ein Boykott der Bank, wie ihn SPD-Politiker gefordert hatten, ungeeignet, ergänzte Foullong. Das gefährde letztlich Arbeitsplätze.

Die Deutsche Bank hat seit dem Amtsantritt von Ackermann vor knapp drei Jahren bereits gut 20 000 ihrer einst 85 000 Stellen abgebaut. Mit den zusätzlichen Stellenstreichungen - weltweit sind 6400 Arbeitsplätze betroffen - will die Bank profitabler werden und den eigenen Aktienkurs in die Höhe treiben, um sich vor Übernahmen zu schützen.

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