Staatliche Förderbank
KfW steckt 100 Milliarden Euro in die Energiewende

Die staatliche Förderbank mischt bei der Energiewende mit. KfW-Chef Schröder kündigte an, Kredite in Höhe von 100 Milliarden Euro für das „Jahrhunderprojekt“ zu vergeben. Besonders Großprojekte brauchen einen Anschub.
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FrankfurtDie Finanzierung der Energiewende in Deutschland wird ein Fall für die staatliche Förderbank KfW. "Wir planen, in den nächsten fünf Jahren insgesamt Darlehen über 100 Milliarden Euro für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz auszureichen", kündigte KfW-Chef Ulrich Schröder am Mittwoch in Frankfurt an.

"Bei der Umsetzung des Jahrhundertprojekts Energiewende sieht sich die KfW als öffentliche Förderbank in der Verantwortung." In den ersten sechs Monaten seien bereits verbilligte Kredite über 12,1 Milliarden Euro für Projekte im Umwelt- und Klimaschutz vergeben worden, bis zum Jahresende sollen es rund 24 Milliarden Euro werden - 36 Prozent des geplanten Fördervolumens.

Während Privatkunden nach Krediten zum Bauen und Sanieren nach Energie-Gesichtspunkten greifen, laufen Großprojekte noch schleppend an. Im ersten Halbjahr habe niemand KfW-Darlehen zum Ausbau der Windenergie auf hoher See beantragt, erklärte die Bank. So bleibt es vorerst bei den Projekten Meerwind und Global Tech 1, die mit zusammen 544 Millionen Euro gefördert wurden.

Zwar sei das Interesse ungebrochen, konkrete Vorhaben würden aber auf die lange Bank geschoben, solange die Frage des teuren Anschlusses der Offshore-Windparks an das Stromnetz ungeklärt sei. Auch hier wolle sich die KfW engagieren: "Die KfW ist in die Überlegungen zur Verbesserung der Finanzierungssituation beim Netzanschluss Offshore und weiterem Netzausbau eingebunden."

Insgesamt sank das Fördervolumen im ersten Halbjahr aber um gut ein Viertel auf 29,9 Milliarden Euro - vor allem weil die Länder-Förderbanken ihr Geld von der KfW nicht mehr für ein Jahr im Voraus bekommen, sondern quartalsweise.

An den Gewinn des Vorjahres von 2,1 Milliarden Euro werde die KfW im laufenden Jahr nicht anknüpfen können. Im ersten Halbjahr ging der Konzerngewinn, bei dem die bilanztechnischen Effekte aus der Bewertung von Derivaten herausgerechnet werden, um 20 Prozent auf 940 Millionen Euro zurück.

Das sei noch mehr als erwartet, sagte Vorstandschef Schröder. Dabei stieg der Zinsüberschuss um 17 Prozent, weil sich die Staatsbank günstig refinanzieren kann wie keine andere Bank. "Aufgrund der wieder zunehmenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten und den daraus möglicherweise resultierenden Folgen für die Realwirtschaft kann das Jahresergebnis auf dieser Basis aber nicht hochgerechnet werden."

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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