Staatsanleihen: EZB nimmt Banken eine Sorge

Staatsanleihen
EZB nimmt Banken eine Sorge

Ein Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte die Bankenwelt durchrütteln – wenn auch Staatsanleihen dabei als ausfallgefährdet eingestuft würden. Doch in diesem Punkt deutet EZB-Präsident Draghi Milde an.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) will mit Staatspapieren in den Büchern der europäischen Großbanken bei dem anstehenden Stresstest schonend umgehen. EZB-Präsident Mario Draghi schloss in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben aus, dass auch Staatsanleihen zu Marktwerten angesetzt werden müssten, die die Geldhäuser als langfristige Anlage betrachten und deshalb im Bankbuch halten. Auch wenn die Papiere am Markt vorübergehend zu niedrigeren Kursen gehandelt werden, bekommen die Inhaber am Ende der Laufzeit den vollen Betrag zurück - sofern der Staat nicht vorher pleitegeht.

Draghi bekräftigte, dass Staatsanleihen jedweder Kategorie in den Stresstest einbezogen würden. Wie die Aufseher mit Staatspapieren umgehen, für die die Institute zumindest nicht ausschließen, sich vorzeitig von ihnen zu trennen, ließ Draghi offen. Einzelheiten des Stresstests würden Ende Januar oder Anfang Februar veröffentlicht.

Der Umgang mit Staatsanleihen europäischer Länder hatte beim letzten Stresstest der EU-Bankenaufsicht EBA für Unmut bei Investoren gesorgt. Dort waren Wertverluste dieser Papiere zum Tabu erklärt worden, obwohl gleichzeitig die Euro-Schuldenkrise die Märkte erschütterte. Die EZB will ähnliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Tests ausräumen, mit dem sie die Banken vor dem Start der europäischen Bankenunion im November auf Herz und Nieren prüfen will. Draghi antwortete in seinem Schreiben auf einen Brief von Sharon Bowles, der britischen Vorsitzenden des Wirtschafts- und Währungs-Ausschusses im EU-Parlament.

Dem Stresstest vorgeschaltet ist eine eingehende Prüfung der Bilanzen aller 128 teilnehmenden Banken (Asset Quality Review, AQR). Auch dort seien die Bestände an Staatsanleihen ein Thema, auch wenn "das Risiko gering ist, dass im AQR etwas Negatives dabei herauskommt", schrieb Draghi. Nach den geltenden Bilanzierungs- und Kapitalvorschriften werden Staatsanleihen grundsätzlich als risikolos eingestuft. Experten warnen aber vor den Milliardenbeständen, die vor allem Banken aus den südeuropäischen Krisenländern in Staatsanleihen ihrer Heimatstaaten aufgebaut haben.

Der EZB-Präsident versuchte auch Bowles' Bedenken zu zerstreuen, dass die Bilanzprüfung und der Jahresabschluss, der bei den meisten Banken parallel erstellt werden muss, sich ins Gehege kommen. Es bestehe keine Gefahr, dass die Institute die Bilanzen für 2013 nach dem AQR neu aufstellen müssten. Dessen Ergebnisse würden ohnehin erst im Herbst veröffentlicht und würden dann nötigenfalls in den Bilanzen des laufenden Jahres berücksichtigt - sofern die EZB-Prüfer keine gravierenden Fehler in der Bilanzierung entdeckten. Deutsche Banken, die nach dem Rechnungslegungsstandard des HGB bilanzieren statt nach den internationalen IFRS-Regeln, bekämen bei dem Banken-TÜV besondere Hilfestellungen. (Reporter: Paul Carrel und Alexander Hübner; redigiert von Georg Merziger)

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "EZB-Präsident Mario Draghi schloss in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben aus, dass auch Staatsanleihen zu Marktwerten angesetzt werden müssten, die die Geldhäuser als langfristige Anlage betrachten und deshalb im Bankbuch halten."

    Eine interessante Einlassung!

    Hat die EZB auch Staatsanleihen im Bestand?
    Setzt sie diese etwa nicht zum Marktwert an?
    Wenn sie dies nicht vornehmen würde, dann könnte sie daraus auch keine Verluste ausweisen.

    Wenn sie selbst die Staatsanleihen zum niedrigeren Marktwert, dem beizulegenden Wert, tatsächlich selbst bilanziert, weshalb sollte sie den Banken eine andere Bilanzierung erlauben wollen. Schließlich darf davon ausgegangen werden, dass weder in Deutschland noch im südeuropäischen Ausland oder in Frankreich namhafte Bestände in Staatsanleihen bei Banken und Versicherungen "auf den Büchern" ist.

    Aufmerksame Leser ist wahrscheinlich aufgefallen, dass auch nichts an obiger Darstellung stimmt. So hoffe ich, dass das Eingangszitat ebenfalls unzutreffend ist.

    Man gewinnt den Eindruck, dass es hier nicht um Systeme, ob sie funktionieren oder nicht, geht, sondern, dass hier Gauner im Spiel sind, Hütchenspieler!

  • diese sogenannten Stresstests sind nur nutzlose Scheiße.

  • Bemerkungen zur EZB-Bankenaufsicht und den anstehenden Stresstest
    http://oconomicus.wordpress.com/2014/01/09/leserfrage-hinsichtlich-der-bankenaufsicht-durch-die-ezb-und-den-erwartungen-an-den-anstehenden-banken-stresstest/

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