Staatsbank
KfW hilft spanischen Firmen in Kreditnot

Mehrere Hundert Millionen Euro fließen über die KfW-Tochter ICO an Betriebe in Spanien. Sie sollen von niedrigen Zinsen profitieren, die ihnen in letzter Konsequenz der deutsche Steuerzahler garantiert.
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BerlinDie deutsche Staatsbank KfW greift ihrem spanischen Schwesterinstitut ICO im Kampf gegen die Wirtschaftskrise mit 800 Millionen Euro unter die Arme. Der KfW-Verwaltungsrat billigte am Donnerstag ein Globaldarlehen, mit dem das ICO-Programm zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen verstärkt werden soll. Das Projekt hatten Finanzminister Wolfgang Schäuble und sein spanischer Kollege Luis de Guindos im April in Granada vorgestellt. Es soll Vorbild für ähnliche Vereinbarungen mit Portugal und Griechenland sein.

Das Darlehen der KfW wird abgesichert durch eine Garantie des Bundes - letztlich also der deutschen Steuerzahler. Weil sich die KfW mit dem Bund im Rücken das Geld zu extrem günstigen Konditionen am Kapitalmarkt besorgen kann, profitieren die spanischen Unternehmen von den sehr niedrigen deutschen Zinsen.

„Wir wollen Unternehmen, die über ein solides Geschäftsmodell und gute Wachstumsperspektiven verfügen, die Finanzierung leichter machen“, erklärte Schäuble. Wegen der Probleme der spanischen Banken und der tiefen Wirtschaftskrise leiden spanische Unternehmen unter einer Kreditklemme. Geplant ist auch, dass sich die KfW an zwei Programmen zur Stärkung der Eigenkapitalbasis spanischer Unternehmen beteiligt.

Mit dem KfW-Programm verfolgt die Bundesregierung aber auch politische Ziele. So hatte Schäuble kritisiert, die EU-Kommission brauche zu lange, um ihre Programme gegen die hohe Arbeitslosigkeit in den Euro-Reformländern umzusetzen. Außerdem will die Bundesregierung mit bilateralen Hilfen die Akzeptanz für die einschneidenden Reformprogramme erhöhen. Mitte Juli will Schäuble bei einem Besuch in Athen ein ähnliches Projekt anschieben, mit Portugal ist er bereits darüber im Gespräch. In den beiden Ländern fehlen bislang aber Förderbanken wie die KfW.

Schäuble erklärte bei der Veranstaltung, dass der Euro durch die Regierungskrise in Portugal oder die jüngsten Entwicklungen in Griechenland nicht gefährdet sei. Die Gemeinschaftswährung werde von den weltweiten Finanzmärkten inzwischen als so stabil angesehen, dass „politische Situationen in einzelnen Ländern keine Krise für die Stabilität des Euros als ganzes“ bedeuteten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Staatsbank: KfW hilft spanischen Firmen in Kreditnot"

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  • Die 800 Mios der KfW wurden den Spanieren in de Woche versprochen, als die Regierung gerade mal 100 Mios für Hochwassergeschädigte vesprach.
    Nicht der EURO muss weg, Schäuble muss weg. Schäuble verprasst unser Geld seit er Finanzminister ist.

  • Wieder ein Zehner pro Deutsche Steuerzahlernase. Und wieder mal die Mär, das Kredite Probleme lösen. Das tun sie leider nur für die Banken, wenn der Deutsche Staat seine Bürger in die Haftung nimmt. Aber was soll´s, die Eurojunkies fahren längst im Panikmodus. Nur noch eine Milliarde, dann wird alles gut...

  • Bye bye 800 Mio EUR. (...)

    DIE EU UND DER EURO MÜSSEN WEG!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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