Staatsbeteiligung
RBS will mit der Commerzbank gleichziehen

Mit Milliarden musste die Royal Bank of Scotland (RBS) gerettet werden. Nun verdient sie wieder Geld. Die Briten fühlen sich fit genug, mit der Commerzbank gleichzuziehen und die Staatsbeteiligung zurückzugeben.
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LondonDie staatlich gestützte Royal Bank of Scotland (RBS) hat zum Jahresauftakt 2013 erstmals seit anderthalb Jahren wieder Geld verdient. Vor Steuern lag der Gewinn im ersten Quartal bei 826 Millionen Pfund, wie das Geldhaus am Freitag mitteilte. Vor Jahresfrist fiel noch ein Verlust von 1,5 Milliarden Pfund an. Das Kreditinstitut will seine Restrukturierung im kommenden Jahr abschließen und damit den Weg für einen Ausstieg des Staats bereiten.

Bereits ab Mitte kommenden Jahres könne die britische Regierung damit beginnen, ihre Anteile an der Bank zu verkaufen. Dies sagte RBS-Verwaltungsratschef Sir Philip Hampton. „Es könnte auch früher losgehen – die Entscheidung liegt bei der Regierung“, so Hampton. „Unsere Bilanz ist grundlegend bereinigt.“

Die RBS musste im Zuge der Finanzkrise vom Staat gestützt werden, mittlerweile gehören 82 Prozent der Aktien den britischen Steuerzahlern. Unter Bankchef Stephen Hester hat die RBS inzwischen 900 Milliarden Pfund an Wertpapieren verkauft und konzentriert sich auf die Kreditvergabe an britische Verbraucher und kleine Unternehmen. „Wir gehen davon aus, den Umbau im Laufe von 2014 substanziell abzuschließen“, sagte Hester. Mittlerweile sei eine anziehende Kreditnachfrage zu bemerken. Die Bank verfüge über ausreichend Mittel, um die Konjunkturerholung zu unterstützen.

Doch an der Börse senkten die Anleger den Daumen. Obwohl das Geldhaus den ersten Quartalsgewinn seit anderthalb Jahren bekanntgab, sackte sein Kurs um 5,6 Prozent auf gut 290 Pence ab. Ihren Einkaufspreis gibt die Regierung mit 407 Pence an. Derzeit sitzen die Steuerzahler auf einem Buchverlust von satten 18,5 Milliarden Pfund (22 Milliarden Euro).

Für die britischen Steuerzahler ist eine lukrative Trennung von der RBS aber noch nicht in Sicht. Anders als beim ebenfalls staatlich gestützten Konkurrenten Lloyds gibt es bislang keine Anzeichen dafür, dass die Regierung beim angestrebten RBS-Ausstieg ab Mitte kommenden Jahres Verluste vermeiden kann. Bankchef Stephen Hester sagte am Freitag, anfangs könnten beim Verkauf der Anteile womöglich noch Einbußen anfallen. Er hoffe aber, dass die Aktien im Schnitt über dem Einkaufspreis abgestoßen werden könnten.

Die Rettung von Lloyds verspricht dagegen für die Briten eine größere Erfolgsgeschichte zu werden. Der Rivale hatte am Dienstag einen Gewinnsprung mitgeteilt und damit seinen Aktienkurs nahe an die Schwelle getrieben, ab der eine Veräußerung lukrativ würde.

Das Institut steht weiter vor großen Aufgaben. So forderte die britische Bankenaufsicht im März, dass die Geldhäuser bis Ende des Jahres ihr Kapital um 25 Milliarden Pfund erhöhen, um sich gegen künftige Verluste zu wappnen. Experten gehen davon aus, dass davon RBS besonders stark betroffen ist. Immerhin verbesserte sich die Eigenkapitalquote (Core Tier 1) im ersten Quartal auf 10,8 Prozent. Ende 2013 sollen es ungefähr neun Prozent auf Basis der Basel-III-Regeln sein. Die britische Bankenaufsicht fordert mindestens sieben Prozent.

Sebastian Ertinger ist stellvertretender Redaktionsleiter der Handelsblatt Live App.
Sebastian Ertinger
Handelsblatt Live / Stellvertretender Redaktionsleiter
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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