Staatshilfe in Raten
750 Millionen Euro reichen der Hypo nicht

Bei der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch soll die staatliche Geldspritze in Höhe von 750 Millionen Euro für die Hypo Alpe Adria durchgewunken werden. Doch bis Herbst hat die Krisenbank noch weiteren Kapitalbedarf.
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WienDie österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria bekommt die bis Herbst benötigte Staatshilfe von 1,43 Milliarden Euro in Raten. Zunächst solle eine für kommenden Mittwoch geplante Hauptversammlung einer erste Geldspritze über 750 Millionen Euro absegnen, teilte das Institut am Donnerstagabend mit. Damit könne die ehemalige BayernLB -Tochter eine Lücke in ihrer Bilanz für 2013 schließen und sich über die ersten Monate des laufenden Jahres retten. Aber in wenigen Monaten ist das Institut wohl auf weitere staatliche Unterstützung angewiesen: Denn Ende März hatte die Hypo erklärt, sie benötige bis zum Start der geplanten Bad Bank im Herbst 1,43 Milliarden Euro.

Das österreichische Finanzministerium erklärte, die Hypo habe am Donnerstag über einen kurzfristigen Kapitalbedarf informiert. Die 750 Millionen Euro seien Teil der bereits bekannten Maximalsumme von 1,4 Milliarden Euro.

Bislang hat die Bank bereits 4,8 Milliarden Euro an Staatshilfen erhalten. Die zusätzlichen Hilfen sind schon von den EU-Wettbewerbshütern im Voraus genehmigt worden. Sie haben bis Ende 2017 grünes Licht für weitere 3,6 Milliarden Euro gegeben. Erhält die Hypo die bis Herbst benötigten Hilfen, darf sie darüber hinaus für ihren Abbau nur mehr 2,2 Milliarden Euro an zusätzlichen Staatsgeldern in Anspruch nehmen.

Ob das ausreicht, ist offen. Denn im Zuge der Gründung der Bad Bank könnten weitere Verluste auf das Institut zukommen – etwa durch mögliche Abschreibungen. Zudem muss wohl der Staat erneut einspringen, falls sich die Abbaubank anders als geplant nicht selbstständig am Kapitalmarkt refinanzieren kann. Sie besitzt anders als ihre deutschen Pendants keine unbegrenzte Staatsgarantie und könnte damit nach Einschätzung von Experten Probleme haben, Investoren zu überzeugen.

Die Zeitung „Österreich“ berichtete am Donnerstag vorab, der bosnische Milliardär Ivan Zilic sei bereit, die Hypo zu kaufen – sofern er vom österreichischen Staat dafür drei Milliarden Euro erhalte. Er wolle dafür auch alle Schulden der Bank übernehmen. Das Finanzministerium wolle das Angebot prüfen, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Zilic war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Staatshilfe in Raten: 750 Millionen Euro reichen der Hypo nicht"

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  • "durchgewunken werden."

    Wie ist hier die Konjugation: winken-wank-gewunken?

    Ich denke bei Profis darf man schon mal einen Rechtschreibflame absetzen bei solchen Peinlichkeiten.

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