Stabiler Gewinn
Aareal Bank hält an Jahresziel fest

Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank hat im abgelaufenen Quartal das Betriebsergebnis stabil gehalten. Allerdings profitierte das Unternehmen vom Rückzug einiger Konkurrenten. Belastungsfaktor bleiben die Niedrigzinsen.
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FrankfurtIn vielen Teilen Westeuropas hat sich der Immobilienmarkt spürbar erholt: Die Nachfrage nach Finanzierungen ist groß, der Wettbewerb überschaubar und die Margen selbst bei geringem Risiko solide. Das verleiht den beiden Spezialinstituten Aareal und pbb immer mehr Rückenwind. Sie reichten im ersten Halbjahr deutlich mehr Kredite aus - und dürften ihre Jahresziele locker erreichen, wie sie am Dienstag unisono mitteilten. Die Münchner Pfandbriefbank pbb läuft der deutlich kleineren Aareal in Sachen Rentabilität aber weiter hinterher. Das ist kritisch - bis Ende 2015 muss das Überbleibsel der in der Finanzkrise kollabierten Hypo Real Estate auf Druck der EU wieder privatisiert werden. Der Umbau ist in vollem Gange.

Aareal-Chef Wolf Schumacher zeigte sich mit der Halbjahresbilanz zufrieden, auch wenn die Aktie mit einem Minus von knapp drei Prozent Schlusslicht im Nebenwerteindex MDax war, was Händler mit Gewinnmitnahmen erklärten. "Dieses Schiff ist voll auf Kurs", betonte er. Im zweiten Quartal stagnierte das Betriebsergebnis zwar wie erwartet bei 45 Millionen Euro, unter anderem wegen der anhaltend niedrigen Zinsen. So parkte die Immobilienbank im Schnitt 4,5 Milliarden Euro cash für lau bei der Europäischen Zentralbank. Doch nach den ersten sechs Monaten kam Aareal bereits auf 92 (Vorjahr: 88) Millionen Euro Betriebsgewinn. Damit ist für das Gesamtjahr sogar der 2011 erreichte Rekord von 185 Millionen in Reichweite. Mindestens aber will Schumacher an das Vorjahresniveau von 176 Millionen anknüpfen.

Die Chancen dafür stehen gut. Denn zum Jahresende zieht der Transaktionsmarkt für gewöhnlich weiter an. Aareal peilt für 2013 nun bis zu acht (2012: gut sechs) Milliarden Euro Neugeschäft an, eine Milliarde mehr als bislang geplant. Zum Halbjahr waren es 4,4 Milliarden. Gute Geschäfte wittert Schumacher derzeit vor allem in Deutschland, Frankreich mit dem Großraum Paris, Großbritannien und den USA - auch wenn der Wettbewerb in diesen Kernmärkten nach seiner Einschätzung wieder etwas zunimmt und die aktuellen Margen mittelfristig wohl nicht zu halten sind. Dagegen hält sich die Aareal in Spanien noch mit Krediten zurück, obwohl Investoren dort auch schon wieder vereinzelt einsteigen und Finanzierungen suchen.

Die pbb sieht Schumacher wieder als "aktiven Wettbewerber" in Deutschland und Europa. Lange Zeit waren die Münchner vor allem mit sich selbst beschäftigt. Vorstandschefin Manuela Better baute Risiken ab und fuhr Kosten herunter. Damit ist noch lange nicht Schluss, doch die pbb gibt nun auch wieder im Neugeschäft mit Immobilienkrediten und Öffentlichen Investitionsfinanzierungen Gas. Für das Gesamtjahr hat sich die Bank vorgenommen, mehr Kredite auszureichen als die 5,6 Milliarden Euro des Jahres 2012. Zum Halbjahr waren es 3,4 Milliarden. "Unsere Pipeline im Neugeschäft ist gut gefüllt", betonte Finanzchef Alexander von Uslar.

Am Ende will die pbb 2013 einen Vorsteuergewinn von mehr als 100 Millionen Euro abliefern - das wäre ein Rückgang. Analysten bewerten die Prognose aber als konservativ. Um Investoren anzulocken, dürfte das ohnehin deutlich zu wenig sein, etliche andere Immobilienbanken hatten sich zuletzt als Ladenhüter erwiesen. Im zweiten Quartal trat die Bank mit einem Vorsteuergewinn von 31 (30) Millionen Euro auf der Stelle. Vorstandschefin Better denkt aber ohnehin im großen Ganzen: "Die pbb ist seit nunmehr drei Jahren profitabel und hat in dieser Zeit vor Steuern rund 590 Millionen Euro verdient", erklärte sie. Dabei half auch, dass die in der Krise aufgefangene HRE die riskantesten Wertpapiere und Kredite in die staatliche "Bad Bank" FMS Wertmanagement abschieben konnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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