Standard Chartered: Britische Großbank überrascht mit Gewinneinbruch

Standard Chartered
Britische Großbank überrascht mit Gewinneinbruch

So schlecht wie in diesem Jahr war die Bilanz der Standard Chartered seit 17 Jahren nicht mehr. Die Probleme der Schwellenländer setzen dem Geldhaus mächtig zu. Nun kündigt der Vorstandschef „schmerzhafte Schritte“ an.

LondonDer britischen Großbank Standard Chartered setzen die Probleme der Schwellenländer massiv zu. Erstmals seit 1989 musste das Kreditinstitut wieder einen Jahresverlust hinnehmen. Wegen hoher Sonderlasten für den Umbau des Konzerns sowie des Verfalls der Rohstoffpreise summierte sich das Minus 2015 vor Steuern auf 1,5 Milliarden Dollar, wie StanChart am Dienstag mitteilte. An der Londoner Börse stürzten die Aktien des Geldhauses daraufhin zeitweise um zwölf Prozent ab.

2015 sei ein turbulentes Jahr gewesen, sagte der neue Vorstandschef Bill Winters. "Das herausfordernde Umfeld ist keine Ausrede für unsere Leistung. Wir sind keine ahnungslosen Opfer." Das Umfeld verstärke vielmehr die Notwendigkeit, Anpassungen vorzunehmen. "Wir werden weiterhin die nötigen und manchmal auch schmerzhaften Schritte unternehmen."

Um die Kosten zu senken, will der frühere Investmentbanker des US-Rivalen JP Morgan 15.000 Stellen streichen. StanChart hat in etwa 84.000 Beschäftigte. Zudem sollen die Kapitalpuffer gestärkt werden. Keiner der Top-Führungskräfte soll für 2015 einen Bonus bekommen. Für die Mitarbeiter liegen sie 22 Prozent unter dem Niveau von 2014. Auch die Aktionäre müssen für vergangenes Jahr auf eine Dividende verzichten.

StanChart gilt ähnlich wie der heimische Konkurrent Barclays oder die Deutsche Bank als Sanierungsfall. Die anhaltenden Mini-Zinsen sowie die Turbulenzen an den Börsen machen dem Institut ebenfalls zu schaffen. Es ist stark auf Asien und somit Schwellenländer ausgerichtet, was lange für hohe Wachstumsraten sorgte, jetzt aber angesichts der Konjunkturabkühlung zum Problem wird. Deswegen platzten zuletzt deutlich mehr Kredite.

Bereinigt um Sonderfaktoren brach der Vorsteuergewinn 2015 um 84 Prozent auf 800 Millionen Dollar ein. Das ist das schlechteste Ergebnis seit 1998. Außerdem wurden die Analystenerwartungen deutlich verfehlt. Die Einnahmen der Bank sind seit eineinhalb Jahren rückläufig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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