Standard & Poor's warnt
Warum sich Banken besser vor Hackern schützen müssen

Je vernetzter die Welt wird, desto größer werden auch die Gefahren von Cyber-Attacken. Doch Unternehmen und Banken sind oft nicht vorbereitet. Vor allem für Banken könnte das bald weitreichende Konsequenzen haben.

FrankfurtDer Angreifer sitzt häufig am anderen Ende der Welt. Es reichen ein paar Klicks mit der Computermaus. Und schon sind ganze Unternehmen oder Behörden lahm gelegt. Je stärker die Digitalisierung in Betriebsprozessen zunimmt, desto häufiger werden auch Cyber-Attacken. Hacker greifen das Unternehmens- oder Behördennetzwerk an und versuchen Daten zu stehlen oder Produktionsabläufe zu stören.

Besonders interessant für Hacker: Banken. Schließlich besitzen diese riesige Mengen an sensiblen Daten über ihre Kunden und haben Schlüsselfunktionen im globalen Finanzsystem. Die Rating-Agentur Standard & Poor´s kündigte deshalb nun an, den Umgang von Banken mit Cyber-Risiken in ihre Bewertungen miteinzubeziehen. So können unzureichende Vorsichtsmaßnahmen in Zukunft zu einer Abwertung der Kreditwürdigkeit der Bank führen.

Auch ein erfolgreicher Hacker-Angriff kann die Bonität mindern. Zumindest dann, wenn die Bank durch ihn einen großen Imageschaden erleidet und hohe finanzielle Verluste verkraften muss. Sollte der Cyber-Angriff Auswirkungen auf die gesamte Kreditwirtschaft des Landes haben, könne sogar die Kreditwürdigkeit des ganzen Bankensektors im Land hinabgestuft werden, heißt es in die Erklärung, die Standard & Poor´s am Dienstag veröffentlichte.

Insgesamt glaubt die Ratingagentur allerdings, dass die großen Banken gut gegen Cyber-Attacken geschützt sind. Bisher seien noch keine Angriffe vorgekommen, die einer Bank einen Schaden zugefügt hat, der ihre Kreditwürdigkeit beeinträchtigt hat. Dennoch sieht Standard & Poor´s Cyber-Attacken als eine immer größer werdende Gefahr für Banken an. So seien 2014 Daten von Millionen von Kunden von JP Morgan gehackt worden – es handelte es sich jedoch nicht um sensible Daten, sodass der Schaden verhältnismäßig gering blieb.

Während Hacker bei Banken wohl vor allem dank guter Sicherheitssysteme bisher keinen größeren Schaden anrichten konnten, sichern sich Unternehmen noch immer zu wenig gegen Hacker ab. Das zumindest ist das Ergebnis einer Umfrage der Versicherungsagentur Marsh unter 350 deutsche Unternehmen. Die Firmen sind sich den Risiken von Anschlägen über das Internet zwar durchaus bewusst, doch frei nach dem Motto ‚Es trifft immer nur die anderen‘, haben die wenigsten bisher Maßnahmen getroffen, sich gegen die Gefahren abzusichern.

Nur sieben Prozent der befragten Unternehmen haben einen Krisenplan, falls es zu einem Angriff auf das Unternehmensnetzwerk kommt, nur fünf Prozent besitzen eine Versicherung, die sie vor finanziellen Schäden durch Hacker-Angriffe schützt, und mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen gaben an, nicht einmal berechnet zu haben, welchen finanziellen Schaden Cyber-Attacken in ihrem Unternehmen anrichten könnten.

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Warum sich Banken besser vor Hackern schützen müssen

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Jährlicher Schaden von 50 Milliarden Euro

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