Starke Gruppe für Sozialreformen nötig – Stralsund bleibt Streitpunkt: Sparkassen warnen vor Zerschlagung

Starke Gruppe für Sozialreformen nötig – Stralsund bleibt Streitpunkt
Sparkassen warnen vor Zerschlagung

Die Reform der Altersvorsorge in Deutschland ist ohne eine schlagkräftige und intakte Sparkassengruppe nicht möglich – dies postuliert der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Dietrich Hoppenstedt, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

FRANKFURT. „Wer die Sparkassengruppe in ihrer jetzigen Form in Frage stellt oder sie durch eine gewaltsame Öffnung schwächt, der gefährdet den überfälligen Umbau des Rentensystems.“ Das sollten alle diejenigen bedenken, die sich für einen Verkauf von Sparkassen an private Institute stark machen.

Stimmungsmache gegen Sparkassen sei auch im Superwahljahr 2004 nicht angebracht. „Wer das nicht beherzigt, der spielt mit den Ängsten der Bevölkerung“, betont Hoppenstedt. Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag der Sparkassen befürchtet jeder dritte Deutsche wegen der anstehenden Veränderungen bei der Altersvorsorge, dass er im Alter finanziell deutlich schlechter dasteht als bislang. Die Emnid-Umfrage untermauere, dass die S-Finanzgruppe das größte Vertrauen in Fragen der Vermögensbildung genieße, gefolgt von Versicherungen und Bausparkassen. Außerdem hätten die Sparkassen Geschäftsbeziehungen zu 50 Millionen Kunden. „Wird die Sparkassengruppe als Ganzes in Frage gestellt, fehlt den Bürgern die Orientierung. Das würde den notwendigen Reformprozess insgesamt gefährden.“ Bernd Katzenstein vom Deutschen Institut für Altersvorsorge bestätigt, dass Sparkassen den Ruf hätten, volksnäher zu sein. Allerdings sei die Beratung in der Regel personenbezogen und weniger von einer Institutsgruppe abhängig.

Mit Sorge betrachtet Hoppenstedt, dass die betriebliche Altersvorsorge durch die privaten Banken und Versicherungen in Frage gestellt wird wie jüngst in den Fällen Commerzbank und Gerling. „In der Sparkassen-Finanzgruppe wäre das nicht passiert“, wird betont. „Die Mitarbeiter der Sparkassen-Finanzgruppe können sicher sein, dass wir an der betrieblichen Altersvorsorge festhalten.“

Die S-Finanzgruppe ist jüngst unter Druck geraten. Die Bürgerschaft Stralsund hat beschlossen, sich von ihrer Sparkasse zu trennen. Privatbanken wollen die Gelegenheit nutzen, um den öffentlich-rechtlichen Finanzverbund zu zerschlagen. Nur durch eine Öffnung des bisher abgeschotteten Sparkassenlagers ließen sich auf Dauer international auskömmliche Renditen erzielen, argumentieren die Banken. Das starre Drei-Säulen-System müsse aufgebrochen werden, damit deutsche Institute eine gute Ausgangsposition für die bevorstehende europäische Konsolidierung hätten, fordert Rolf-E. Breuer, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken.

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