Startup-Szene: Frisches Geld für Finleap

Startup-Szene
Frisches Geld für Finleap

Zwölf jungen Technologieunternehmen aus der Finanzbranche hat Finleap bereits den Start ermöglicht. Die weitere Expansion ist gesichert. Neue Investoren aus dem In- und Ausland mobilisierten 39 Millionen Euro.
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BerlinDie Berliner Holding Finleap hat ihre Investorensuche erfolgreich abgeschlossen. Rund 39 Millionen Euro sammelte die Gesellschaft bei verschiedenen institutionellen Investoren ein. Fast zeitgleich wurde Finleap vom Bundeswirtschaftsministerium als digitales Kompetenzcenter (Hub) für Fintechs ausgewählt. Berlin ist eines von zwölf Hubs in Deutschland, mit denen die Bundesregierung verschiedene digitale Schwerpunkte setzen will. Auch Frankfurt ist ein Hub für Fintechs.

Finleap sieht sich als Plattform für junge Finanz-Startups und Initiator von Firmengründungen. Bislang hat Finleap Geburtshilfe bei zwölf Unternehmen geleistet, die in zehn europäischen Ländern aktiv sind. Darunter sind Unternehmen wie die Solarisbank, die Versicherer Clark und Element, Savedo oder Finreach. Finleap engagiert sich bei den Ventures zwischen 0,5 Millionen und fünf Millionen Euro selbst und sucht Co-Investoren. Bislang hat sich noch kein Unternehmen aus dem Finleap-Universum verabschiedet, das sich mit 450 Mitarbeitern als führende Fintech-Plattform in Europa betrachtet.

In der jüngsten Finanzierungsrunde konnte Finleap institutionelle Investoren gewinnen wie Signal Iduna, die japanische SBI Group, eine der größten Venture Capital-Firmen in Asien und die niederländische NIBC Bank, an der auch der US-Investmentbanker J.C. Flowers beteiligt ist. Mit der Hannover Rück engagierte sich ein bestehender Investor zudem erneut.

„Wir gewinnen damit weiter an Unabhängigkeit“, kommentiert Finleap-Mitgründer und -Geschäftsführer Ramin Niroumand das Vertrauen der Geldgeber. Die Engagements der Bank- und Versicherungsunternehmen seien „wertvolle Bausteine für den Bau von komplexen Fintech-Modellen“. Damit deutet Niroumand an, dass die Investoren Zeit und Geduld aufbringen müssen. Der Bau digitaler Plattformen für Banken und Versicherer stellt beispielsweise hohe Kapitalanforderungen an die jungen Unternehmen. Für klassische Risikokapitalinvestoren ist das häufig eine hohe Hürde.

Während die Finleap-Schützlinge schon jetzt von Synergien innerhalb der Gruppe profitieren, arbeitet die Mutter am Ausbau zum digitalen Hub. Und das durchaus im Wortsinn. Denn erst vor wenigen Tagen hat Finleap innerhalb Berlins neue Räumlichkeiten bezogen. Vom Alex zog man in die ehemaligen Räumlichkeiten der Berliner Bank in der Nähe von Bahnhof Zoo. Hier stehen dem neuen Ökosystem nun staatliche 11.000 Quadratmeter zur Verfügung, von denen man selbst 1.500 Quadratmeter nutzt. „Es soll ein offenes Haus zum Netzwerken und für neue Kooperationen werden. Jeder, der an der Digitalisierung der Finanzindustrie interessiert ist, ist willkommen“, wirbt Niroumand für sein Gebäude.

Zwar ist Finleap bei der Finanzierung der Immobilie ins Obligo gegangen, doch die Vermietung wird einer Betreibergesellschaft übertragen. Bei allem unternehmerischen Mut kennt Niroumand auch die Grenzen Finleaps: „Coworking Space zu vermieten ist nicht unser Kerngeschäft.“ Nun muss sich zeigen, ob sich die neue Zentrale von Finleap wirklich zu einem Fintech-Tower entwickelt.

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