Stefan Schmittmann
Commerzbank findet neuen Aufsichtsratschef

Die monatelange Suche nach einem neuen Aufsichtsratschef der Commerzbank ist beendet. Die Wahl ist auf einen ehemaligen Vorstand gefallen, der Ende vergangenen Jahres das Unternehmen verlassen hatte.
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DüsseldorfDie Commerzbank hat einen neuen Aufsichtsratschef. Die Wahl ist auf Stefan Schmittmann gefallen, bestätigte die Bank am Mittwochmittag. Zuvor hatten mehrere Medien übereinstimmend darüber berichtet. Schmittmann war bis zum Jahresende Risikovorstand der zweitgrößten deutschen Bank und soll den amtierenden Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller ablösen.

Allerdings kann der 59-Jährige das Amt erst 2018 antreten, wie die Commerzbank mitteilte. Die Ära von Klaus-Peter Müller bei Deutschlands zweitgrößter Bank neigt sich damit dem Ende zu: Der fast 73-Jährige war von 2001 an zunächst Vorstandschef und ist seit mehr als acht Jahren Aufsichtsratschef des Frankfurter Instituts, steht aber seit langem in der Kritik. Schmittmann war erst Ende 2015 aus dem Vorstand ausgeschieden.

Der Bank-Manager werde im Mai 2018 der Hauptversammlung zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen und dann auch für den Vorsitz empfohlen, sagte die Commerzbank. Die lange Vorlaufzeit erklärt die Bank damit, dass Schmittmann dann „die gesetzlich vorgeschriebene Abkühlungsphase von zwei Jahren für den Wechsel in den Aufsichtsrat“ einhalte. Ein früherer Wechsel wäre zwar mit einem Beschluss der Hauptversammlung möglich. Doch es dürfte eine Rolle spielen, dass der Bund nach wie vor Großaktionär der Commerzbank ist und daher Wert auf ein Einhalten der Abkühlphase legt. Eigentlich hatte der amtierende Aufsichtsratschef Müller sein Amt schon früher zur Verfügung stellen wollen.

Seit fast einem Jahr hatte eine Findungskommission um den scheidenden Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, Markus Kerber, intensiv einen Nachfolger für Müller gesucht. Kerber vertritt die Bundesregierung im Aufsichtsrat der Commerzbank. Er holte sich allerdings bei externen Kandidaten laut Insidern einige Körbe. Unter anderem sagte der scheidende Münchener-Rück -Vorstandschef Nikolaus von Bomhard ab. Der Posten gilt bei Banken als überdurchschnittlich arbeitsreich und ist bei der Commerzbank mit einer Fix-Vergütung von 200.000 Euro im Jahr wenig attraktiv. Qualifizierte Kandidaten seien rar, viele winkten wegen der Verantwortung ab, hatte Müller im Februar gesagt. „So ehrlich muss man sein - für manchen stimmt da das Gesamtpaket nicht.“

Schmittmann war 2008 von der HypoVereinsbank zur Commerzbank gekommen, hatte aber vor einem Jahr seinen vorzeitigen Abschied verkündet. Fünf Jahre lang saß er mit dem heutigen Vorstandschef Martin Zielke an einem Tisch. „Wir hatten richtig schwierige Zeiten, aber jetzt sind wir wieder in der Spur“, resümierte Schmittmann damals. Er gilt vor allem als Regulierungsexperte. Müller attestierte ihm zum Abschied, er habe mitgeholfen, die Commerzbank stabiler und weniger riskant zu machen.

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