Stellenabbau
Deutsche Bank setzt abermals den Rotstift an

Arbeitsplatzverluste bei der Deutschen Bank: Medienberichten zufolge streicht Deutschlands größtes Geldhaus Jobs im Aktien- und Anleihehandel. Die Kürzungen sind Teil des laufenden Sparprogramms von Vorstandschef Cryan.
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FrankfurtEinigen Händlern bei der Deutschen Bank steht Finanzkreisen zufolge eine rabenschwarze Woche bevor: Sie werden in Kürze erfahren, dass das Institut in ihrem Bereich abermals den Rotstift ansetzt. Allein im Aktienhandel sollen demnach im Jahresverlauf weltweit bis zu 20 Prozent der Leute gehen, wie zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Das „Wall Street Journal“ berichtete darüber hinaus, im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren sollten es sechs Prozent sein. Insgesamt handele es sich um etwa 300 Mitarbeiter. Die Deutsche Bank wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Die Kürzungsrunde sei Teil des bereits laufenden Sparprogramms, berichteten die Insider weiter. Die Bank setze dabei auch auf freiwillige Abgänge. Vorstandschef John Cryan hatte vor gut einem Jahr den Abbau von 9000 der insgesamt rund 100.000 Jobs im Konzern angekündigt – davon 4.000 in Deutschland und hier überwiegend im Privatkundengeschäft, wo das Filialnetz ausgedünnt wird. In Deutschland dauert der Abbau länger, weil das Arbeitsrecht streng ist und der Betriebsrat eingebunden wird.

An Auslandsstandorten geht das teilweise schneller, vor allem bei den Händlern an Standorten wie London oder New York. Insgesamt gilt aber: Im Vergleich zu vielen Konkurrenten sind die bisherigen Sparpläne noch moderat. Vor allem die großen Aktionäre der Bank dringen in Anbetracht roter Zahlen und einer nicht existierenden Dividende auf eine deutliche Verschärfung des Sparkurses. Eine neue große Entlassungswelle schloss Cryan aber erst am Donnerstag in aller Öffentlichkeit aus.

Im Aktienhandel tut sich die Deutsche Bank schwer, wie auch die Jahresbilanz 2016 wieder gezeigt hat. Im Schlussquartal gingen die Erträge hier zurück, obwohl die Märkte eigentlich boomten. Noch vor einem Jahr hatte Cryan angekündigt, in diesem Bereich wieder angreifen zu wollen – die Rechnung ging nicht auf. Wichtigstes Standbein der Deutschen Bank ist seit jeher der Anleihehandel. Hier zogen die Erträge im Schlussquartal an. Vor allem aber die großen US-Rivalen schöpften viel mehr Geschäft ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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