Steuer-Skandal

„Credit Suisse ist sicher kein Einzelfall“

Der neue Steuerskandal bei der Credit Suisse schlägt hohe Wellen. Die Schweizer Großbank muss nun auch mit Klagen ihrer Kunden rechnen. Experten sind aber überzeugt: Die aufgedeckten Steuertricks sind kein Einzelfall. Auch bei der UBS gibt es bereits neuen Ärger.
5 Kommentare
Der Schweizer Großbank Credit Suisse droht Ungemach von erbosten Kunden. Quelle: Reuters

Der Schweizer Großbank Credit Suisse droht Ungemach von erbosten Kunden.

(Foto: Reuters)

Zürich/DüsseldorfSteuerexperten rechnen damit, dass die Hausdurchsuchungen bei den Credit-Suisse-Kunden auch andere Anbieter von Steuersparmodellen in Unruhe versetzen. "Credit Suisse ist sicher kein Einzelfall", sagt der Düsseldorfer Steueranwalt Thomas Koblenzer. "Versicherungsmäntel sind in der ganzen Branche ein beliebtes Instrument, um unversteuerte Gelder zu verschleiern."

Demnach betrifft die Affäre um nicht versteuerte Anlageprodukte in der Schweiz nicht nur die rund 7000 Kunden der Credit Suisse. Die Bank hatte Kunden sogenannte Bermuda-Produkte verkauft, mit denen mehrere Milliarden von Euro an den deutschen Steuerbehörden vorbeigeschleust wurden.

Bei den tausendfach verkauften Bermuda-Produkten handelt es sich um normale Anlage- und Sparkonten, die als Versicherungen getarnt wurden. Das Bundesfinanzministerium hat klare Regeln herausgegeben, dass sie steuerlich nicht bevorzugt werden.

Credit Suisse kann Hände nicht in Unschuld waschen

Anbieter solcher Mäntel, wie etwa der Schweizer Versicherer Baloise, weisen jedoch entschieden von sich, dass die Produkte grundsätzlich Steuersparmodelle sind. Es würden nur steuerrechtlich einwandfreie Modelle verkauft, sagt ein Sprecher. Ferner werde von den Kunden eine ausdrückliche Bestätigung verlangt, dass "die Gelder versteuert wurden und werden." Doch Zweifel bleiben. "Solche Erklärungen stehen in jedem Kleingedruckten", meint ein Kenner des Geschäfts. Alle Beteiligten wüssten Bescheid.

Durchsuchung von UBS-Büros in Frankreich
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Steuer-Skandal - „Credit Suisse ist sicher kein Einzelfall“

5 Kommentare zu "Steuer-Skandal: „Credit Suisse ist sicher kein Einzelfall“"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • In diesem Zusammenhang ist es interessant zu sehen, dass sich die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und den USA offenbar im Vergleich verbessert. Vor kurzem gab das US-Finanzministerium mit der Schweiz eine gemeinsame Erklaerung ab, die den Rahmen fuer die Zusammenarbeit unter FATCA festlegt. Neben der regelmaessigen Meldung durch schweizerische Finanzinstitute ist dabei ein "Gesuch um Informationsaustausch auf Anfrage" vorgesehen.

  • Ich frage mich schon seit Jahren, warum Europa und Deutschland so nachsichtig mit den Banken umgeht. Gerade bei Banken wo es sich doch mehrfach gezeigt hat, dass sie doch nun wirklich für nichts zu schäbig sind um an Geld zu kommen.

  • Es wid langsam Zeit die richtigen Waffen einzusetzen und die elektronischen Verbindungen aus der Schweiz "eingrenzen", das gleiche sollte dann auf alle Steuerparadiese ausgeweitet werden. Sowas kann ja technisch kein Problem mehr sein.

  • Das ist nichts weiteres als eine KAmpagne die jetzt gefahren wird um von den internen Problemen abzulenken die MErkel und Co. verbocken. Wovon hier abgelenkt wird, ist nichts anderes als der Verkauf Deutschlands und das Anzapfen sämtlicher Ersparnisse der Deutschen weil man genau weiss dass der Euro kollabieren wird...

  • Irgendwie traurig, da gelingt es, ein oder zwei Milliärdchen von Steuerhinterziehern zu ergattern, und dann wird das schöne Geld mit vielen anderen Milliarden in ein schwarzes Loch namens Rettungsschirm verschoben. Um Länder zu unterstützen, in denen ebenfalls eine kleine Oberschicht das Steuerzahlen lieber den anderen überlässt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%