Steueraffäre „Swiss Leaks“
HSBC-Whistleblower drohen sechs Jahre Haft

Hervé Falciani war der Tippgeber zu den „Swiss Leaks“. Dank ihm konnten weltweit tausende Steuersünder überführt werden. Nun steht der ehemalige HSBC-Bankangestellte wegen Datendiebstahls vor Gericht.

GenfDer unter anderem wegen Datendiebstahls angeklagte frühere HSBC-Bankangestellte Hervé Falciani sollte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft eine hohe Gefängnisstrafe bekommen. Staatsanwalt Carlo Bulletti forderte am Freitag sechs Jahre Haft für Falciani wegen Datendiebstahls, Wirtschaftsspionage und Bruch des Bankgeheimnisses, wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA berichtete. Falciani als „Whistleblower“ zu bezeichnen, sei eine Beleidigung dieser Informanten, sagte Bulletti demnach. Ihn als „weißen Ritter“ darzustellen, sei ein Lügengespinst.

Falciani hatte 2007 umfangreiche Kundendaten der Schweizer Tochter der HSBC gestohlen und sie 2009 den französischen Steuerbehörden übergeben. Anhand der Daten konnten weltweit tausende Steuersünder überführt werden. Der Strafprozess gegen Falciani im schweizerischen Bellinzona hatte am Montag in seiner Abwesenheit begonnen. Der 43-Jährige lebt in Frankreich und weigert sich, in die Schweiz zu reisen.

Die Ermittlungen der Schweiz gegen die HSBC-Tochter wurden im Juni nach Vereinbarung einer Millionenzahlung eingestellt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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