Steuerhinterziehung
Auch Paris ermittelt gegen HSBC-Tochter

Belgische Behörden haben ein Ermittlungsverfahren gegen die Schweizer HSBC Private Bank angestrengt. Nun haben die Franzosen nachgezogen. Die Vorwürfe: Steuerhinterziehung, Geldwäsche und illegale Kundenakquise.
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ParisWeil sie französischen Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben soll, ist gegen eine Tochter der britischen Großbank HSBC ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Der HSBC Private Bank aus der Schweiz wird unter anderem Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung und illegale Kundenakquise zur Last gelegt, wie am Freitag aus Justizkreisen verlautete.

Die Bank selbst erklärte, sie müsse eine Kaution von 50 Millionen Euro hinterlegen. Hintergrund der Ermittlungen seien Vorgänge aus den Jahren 2006 und 2007.

Die Bank soll laut der Zeitung „Le Monde“ französischen Kunden geholfen haben, zusammen mehr als fünf Milliarden Euro vor dem französischen Fiskus zu verstecken. Die Bank soll Angaben aus informierten Kreisen zufolge Finanzströme verschleiert, die Herkunft des Geldes kaschiert und dazu eine Reihe von Trusts und Briefkastenfirmen verwendet haben.

Die Ermittlungen fußen auf Kundendaten, die ein früherer Informatiker der Genfer Filiale der HSBC, Hervé Falciani, gestohlen und 2009 an die französischen Steuerbehörden übergeben hatte. Auch in Belgien wird der HSBC Private Bank vorgeworfen, reichen Kunden über Jahre hinweg dabei geholfen zu haben, hunderte Millionen Euro am Staat vorbeizuschleusen. Nutznießer seien hauptsächlich Diamantenhändler aus Antwerpen, deren Geschäft in der belgischen Stadt angesiedelt ist, erklärte die ermittelnde Staatsanwaltschaft am vergangenen Montag.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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