Steuerhinterziehung
Credit-Suisse-Chef tritt vor US-Senat

Credit Suisse hat zugegeben, dass sie Wertpapiergesetze verletzt hat. Das kostete die Bank fast 200 Millionen Dollar. Der US-Justiz hat das aber nicht gereicht – nun muss Großbank-Chef Brady Dougan vor den Senat treten.
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Washington/ZürichDer Chef der Schweizer Großbank Credit Suisse, Brady Dougan, wird persönlich einem Unterausschuss des US-Senats zum Thema Steuerhinterziehung Rede und Antwort stehen. Auf der Zeugenliste für die Anhörung am Mittwoch stehen auch der CS-Chefjurist Romeo Cerutti sowie die beiden Chefs des Privatbankgeschäfts, Hans-Ulrich Meister und Robert Shafir, wie aus am Montag in den USA veröffentlichten Unterlagen hervorgeht.

Credit Suisse gehört zu dem guten Dutzend Schweizer Banken, gegen die die US-Justizbehörden seit mehr als zwei Jahren wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung für reiche Amerikaner ermitteln.

Ob der Auftritt der CS-Topmanager in Washington das Verfahren des US-Justizministeriums (DoJ) dem Abschluss näher bringt, blieb zunächst offen. Auch der stellvertretende US-Justizminister James Cole und die führende Steuer-Ermittlerin im DoJ, Kathryn Keneally, werden vor dem Ausschuss aussagen. Ein Sprecher der Bank in New York wollte keinen weiteren Kommentar abgeben.

Das Hearing wird von dem demokratischen Senator Carl Levin geleitet, der als scharfer Kritiker des Schweizer Bankgeheimnisses gilt. Bereits 2008 und 2009 waren Vertreter der UBS vor den Ausschuss zitiert worden. Damals entschuldigte sich der UBS-Manager Mark Branson für Fehler der Bank im Umgang mit amerikanischen Steuersündern. Später zahlte UBS eine Buße von 780 Millionen Dollar und übergab den Amerikanern die Namen von mehr als 4000 mutmaßlichen Steuersündern. Branson leitet heute die Bankenabteilung der Schweizer Aufsichtsbehörde FINMA.

Ein Verfahren der US-Börsenaufsicht SEC gegen Credit Suisse ging am Freitag mit einer Geldstrafe von 196 Millionen Dollar zu Ende. Die zweitgrößte Schweizer Bank räumte ein, etwa bis 2008 in den USA Geschäfte getätigt hatte, für die sie keine SEC-Genehmigung besaß.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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