Steuerhinterziehung Credit Suisse rät zur Selbstanzeige

Die deutsch-schweizerischen Beziehungen stehen vor einer neuen Härteprobe. Nach einem Datenleck werden wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung Wohnungen von deutschen Kunden der Credit Suisse durchsucht.
47 Kommentare
Logo der Credit Suisse in Zürich. Deutsche Kunden der Schweizer Bank sind erneut im Visier der Steuerfahnder. Quelle: Reuters

Logo der Credit Suisse in Zürich. Deutsche Kunden der Schweizer Bank sind erneut im Visier der Steuerfahnder.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfNach Recherchen des Handelsblattes laufen derzeit bundesweit Hausdurchsuchungen von Steuerfahndern bei deutschen Kunden der Credit Suisse. Grund sind neue Erkenntnisse über Scheinversicherungen, sogenannte Bermuda-Produkte, mit denen Milliarden von Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust wurden. Beteiligte berichten, bei der Credit Suisse herrsche nun der Ausnahmezustand. Banksprecher Marc Dosch sagte dem Handelsblatt: „Wir haben Kunden geraten, Steuerexperten beizuziehen, um Steuersituationen zu überprüfen und gegebenenfalls eine Selbstanzeige vorzunehmen.“

Dosch machte zur Zahl der Kunden und der Höhe des betroffenen Anlagevolumens keine Angaben. Nach Informationen aus Bankkreisen sind es rund 7000 Kunden, die meisten davon Deutsche. Die Höhe der unversteuerten Gelder schätzen Beteiligte auf mehrere Milliarden Euro. Fahnder berichten, der neue Datensatz ergebe bei der Suche nach unversteuerten Vermögen eine Trefferquote von fast 100 Prozent. Im Schnitt gehe es um Anlagebeträge von rund 500.000 Euro, es gebe aber auch Einzelfälle von zwölf Millionen Euro und mehr.

Bei den Scheinversicherungen handelt es sich um Produkte der Credit Suisse Life mit Sitz auf Bermuda. Insider berichten, die Bank haben normale Konten als steuerfreie Versicherungen getarnt und so den Fiskus betrogen. Dosch hingegen betonte: „Der Kunde hat unterschrieben, dass er die Steuersituation selber klären muss.“ Er fügte allerdings hinzu, die entsprechenden Produkte würden deutschen Kunden nicht mehr offeriert.

Nach Informationen des Handelsblattes aus Bankenkreisen gelangten die verfänglichen Daten über ein Leck innerhalb der Bank an die deutschen Steuerfahnder. Welcher Bankmitarbeiter möglicherweise Daten kopierte und weitergab, steht nicht fest. Ebenfalls unklar ist, ob die deutschen Steuerbehörden für die Information etwas bezahlten. Die Koordination der Ermittlungen läuft über die Steuerfahndung Wuppertal. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans wollte die Existenz dieses Falles weder bestätigen noch dementieren.

Eine Langfassung des Artikels finden Sie hier.

Startseite

Mehr zu: Steuerhinterziehung - Razzia bei deutschen Kunden der Credit Suisse

47 Kommentare zu "Steuerhinterziehung: Razzia bei deutschen Kunden der Credit Suisse"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Verehrter "Weltenbummler" das ist eine Aussage an der man erkennt wie "Gutmenschen" wie Sie ein Rechtssystem bewerten und verinnerlichen welches Kinderschaender genauso mit 3 Jahren Haft verurteilt wie einen "schwerst kriminellen" Steuerhinterzieher (alles per Definition versteht sich) der EUR 500000 in Sicherheit bringt!

  • @ arminharald
    Die Politiker haben Wichtigers zu tun mit unseren Steuergeldern als eine für D notwendige Steuerreform. Der eigene Steuerbürger interessiert nur als Melkkuh die mittlerweile schon vor dem Schlachthaus steht. Zur Zeit müssen sie damit Europa retten. Merkel mit ihrer lächerlichen Panikmache das ein vereintes Europa die einzige Alternative ist. Deutschland kann ohne die PIIGS sicher besser, oder?!

  • @armin harald

    Warum schätzen Sie, wurde Kirchoff selbst von der CDU/CSU sehr schnell "abserviert". Da hat das Klienetlangefangen zu rechnen und wude ganz blass. Steuerreform ja klaaaar, aber doch nicht so, das die mehr zahlen müssen... .


    Dabei zeigt sich am effektiven Steuersatz der Vermögenden, das DE quasi ein "Steuerparadies"
    ist.

  • Der wirkliche Knusus Knacktus ist doch, ob der Deutsche Staat sich gestohlener Daten bedienen darf, bezahlt oder nicht. Mir erscheint das sehr rechtswiedrig, der Staat als Hehler, als Förderer krimineller Aktivitäten ? Was steht den dazu in der Verfassung, der Staat darf wofür er die Bürger strafen würde????? Klinkt nach Willkür...

  • Da könnte ein Psychiater mal eine Analyse machen warum so viele verrückt werden wen sie Steuer bezahlen müssen.

  • Ach selbst dann würden die Leute es machen weil man ja selbst davon noch etwas sparen könnte...

  • Zum richtigen Verhalten bei Hausdurchsuchungen siehe: http://www.brainguide.de/upload/publication/85/2576k/2350b42dfaa0ead345194cd772f6a1b7_1318525005.pdf

  • Immer wieder diese unsagbaren Steuergeschichten mit schweizer Banken und deren "undichten" Mitarbeitern.
    Geheimrat Johann-Wolfgang von Goethe sagte mal :
    "Wem die Gesetze eines Landes nicht gefallen muss dahin gehen, wo es diese Gesetze nicht gibt"
    Ein wirklich sehr guter Ratschlag !! der allgemein beherzigt werden sollte, insbesondere von deutschen Steuerpflichtigen.

  • Wo bleibt eigentlich die seit Jahrzehnten versprochene Steuerreform?
    Gäbe es für jeden arbeitenden Bürger einen einheitlichen Steuersatz von 22%, dann würde auch nicht der Anreiz geschaffen, daß erwitschaftete Kapital auszulagern.
    Die unendlichen Ausnahmen und Abschreibungen, Subventionen, sind doch letztlich das große Übel.

  • Interessant viele Kommentare hier zu lesen. Erst geht man 12 ( 13 Jahre) kostenlos auf die Schule, danach studiert man kostenfrei für 4 bis 8 Jahre an einer deutschen Universität und wenn daraufhin eine Bildungsrendite ( sprich höheres Einkommen) anfällt und die Allgemeinheit hiervon etwas abbekommen möchte, dann fängt man an zu Jammern und schwadroniert von einem sozialistischen Staat. Wer mal im Ausland gelebt hat, der weiss dass unsere Infrastruktur noch immer exzellent ist, der soziale Frieden zudem gegeben ist ( schauen Sie sich mal die Wohngebiete der Reichen in Sao Paulo oder in Mexico-City an, da geht ohne Elektrozäune und 24 Wachschutz gar nichts mehr). Unter Kohl war der Spitzensatz bei 56 % und Adenauer hat die Vermögenssteuer eingeführt. Heute liegt der Spitzensteuersatz bei 42 % und die Vermögenssteuer bei NULL.
    Der Egoismus und der "Alles für mich" Ansatz einer breiten Schicht Vermögender ist das wahre Problem und nicht der Sozialismus oder die olivgrüne Einheitspresse ( was immer dies sein mag). Geht ins Ausland, aber dann gebt Euren deutschen Pass ab, kommt nicht zurück wenn ihr ein neues Herz braucht und geht nicht über Los (deutsches Sozialsystem) wenn es im Ausland dann doch nicht so gut funktioniert hat.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%