Steuerhinterziehung
US-Justiz nimmt Israels Banken ins Visier

Das US-Justizministerium hat Untersuchungen gegen drei israelische Banken eingeleitet - das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Banken sollen US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben.
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New York/ZürichNach den Schweizer Banken geraten jetzt auch verstärkt israelische Geldinstitute ins Visier der US-Steuerfahnder. Laut Reuters vorliegenden Quellen hat das Justizministerium in Washington Untersuchungen gegen die Bank Hapoalim , Bank Leumi and Mizrahi-Tefahot eingeleitet. Die Banken sollen durch ihre Schweizer Filialen reichen US-Bürgern bei der Hinterziehung von Steuern geholfen haben.

Die Ermittlungen gegen die israelischen Banken deuten auf eine Ausweitung des Kampfes der USA gegen das Bankgeheimnis hin, der 2007 durch den Fall der Schweizer Großbank UBS losgetreten wurde. Die UBS hatte sich unter Androhung eines Strafverfahrens schließlich bereiterklärt, die Namen von rund 4500 mutmaßlichen Steuersündern preiszugeben und eine Strafzahlung in Höhe von 780 Millionen Dollar zu leisten.

Die Untersuchungen gegen die drei Banken sollen sich laut der Quelle derzeit noch in einer frühen Phase befinden. Ein Sprecher der Bank Leumi bestätigte, US-Behörden hätten die Aushändigung von statistischem Material beantragt, dass eventuell als Basis für einen Vergleich, ähnlich dem Abkommen zwischen der Schweiz und den USA, herangezogen werden könnte. Seine Bank kooperiere voll umfänglich mit den US-Behörden, sagte er weiter.

Die Untersuchungen gelten als politisch heikel, weil mit Israel einer der engsten diplomatischen und militärischen Verbündeten der USA im Nahen Osten betroffen ist. Das Land ist der größte Empfänger von US-Hilfen und erhielt im letzten Jahr rund 3,1 Milliarden Dollar von der US-Regierung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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