Steuerhinterziehung
USA ermitteln gegen Credit Suisse

Die Schweizer Banken geraten immer stärker ins Visier der US-Behörden. Sie haben ihre Steueruntersuchung auf die Großbank Credit Suisse ausgeweitet. Erst vor einiger Zeit musste die UBS eine Millionen-Strafe zahlen.
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ZürichDie USA haben Ermittlungen gegen die Schweizer Großbank Credit Suisse wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingeleitet. Es gehe um grenzüberschreitende Vermögensverwaltungsdienstleistungen für US-Kunden in der Vergangenheit, teilte die Bank am Freitag mit. Sie sei am Donnerstag vom US-Justizministerium und anderen US-Behörden schriftlich aufgefordert worden, Auskunft zu erteilen. Bei den Untersuchungen handle es sich um „branchenweite“ Untersuchungen, betonte Credit Suisse. Das US-Justizministerium hatte Anfang März bekanntgegeben, dass erstmals ein US-Steuerzahler gestanden habe, auf einem Konto der Credit Suisse Geld vor dem Fiskus versteckt zu haben.

„Im Rahmen der Möglichkeiten unter Schweizer Recht wird die Credit Suisse mit den US-Behörden weiterhin zusammenarbeiten, um in dieser Angelegenheit eine Lösung zu finden“, erklärte das Institut. Im Februar waren in den USA drei ehemalige und ein damals noch bei der Großbank beschäftigter Berater angeklagt worden. Sie sollen amerikanische Steuersünder ermutigt haben, ausländische Kreditkarten zu benutzen und Geld auf andere Banken im Ausland zu transferieren. Credit Suisse hatte dabei stets betont, dass die Bank selbst nicht Gegenstand der Ermittlungen sei. Experten hatten damals nicht erwartet, dass die Untersuchungen das Ausmaß des Steuerstreits annehmen, der dazu beigetragen hat, Konkurrent UBS in die Knie zu zwingen.

Die amerikanischen Steuerbehörden hatten der UBS vorgeworfen, zahlreichen amerikanischen Bürgern bei Steuerhinterziehung geholfen zu haben. UBS musste schließlich 2009 eine Buße von 780 Millionen Dollar zahlen und unter Bruch des Schweizer Bankgeheimnisses die Daten von mehr als 4000 amerikanischen Kunden herausgeben. Bei der Regelung des UBS-Steuerstreits hatte das Schweizer Finanzministerium eine entscheidende Rolle gespielt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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