Steuerhinterziehungsvorwürfe
Schweizer Banken stecken im Dilemma

Seit fast fünf Jahren überhäufen die US-Justizbehörden Schweizer Banken mit Steuerhinterziehungsvorwürfen. Mit einem Schuldeingeständnis der Institute könnte das ein Ende nehmen. Doch der Preis für den Frieden ist hoch.
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ZürichIn den Führungsetagen vieler Schweizer Banken rauchen derzeit die Köpfe. Die meisten der rund 300 Institute müssen bis Montag entscheiden, ob sie sich bei den US-Justizbehörden selbst anzeigen und gestehen, unversteuertes Geld reicher Amerikaner verwaltet zu haben. Sind sie zum Gang nach Canossa bereit, können sie auf Frieden mit den Amerikanern hoffen, die Schweizer Banken seit fast fünf Jahren mit Steuerhinterziehungsvorwürfen eindecken. Der Preis aber ist hoch: Neben einem Schuldeingeständnis drohen Geldbußen, die für kleinere Institute den Todesstoß bedeuten könnten. Entsprechend hitzig seien die Diskussionen in den Führungsgremien, sagte ein Anwalt. Nicht betroffen sind 14 größere Geldhäuser wie etwa Credit Suisse und Julius Bär, gegen die schon länger separate Verfahren laufen.

Formell ist der Schritt für die Banken außerhalb der Gruppe der 14 freiwillig. Trotzdem bleibt der Mehrzahl der Institute wohl kaum etwas anderes übrig als sich den Amerikanern zu stellen. „Eine Bank, die sich wegduckt und auch nur ein paar wenige amerikanischen Kunden hatte, lässt sich auf ein Vabanque-Spiel ein“, sagte ein Insider.

Das US-Justizministerium macht schließlich seit Jahren Jagd auf Schweizer Institute und Banker und verfügt über eine Menge von Informationen aus Selbstanzeigen. Das erste Ziel war die Großbank UBS, die sich 2009 mit der Zahlung von 780 Millionen Dollar und der Lieferung von rund 4500 Kundennamen von einer Strafverfolgung freikaufte.

Die Behörden sind inzwischen gegen mehr als 70 Steuersünder, mindestens zwei Institute und über 30 Banker, Anwälte und Berater vorgegangen. Der Feldzug brachte Steuerzahler dazu, freiwillig 5,5 Milliarden Dollar an hinterzogenen Geldern offen zu legen.

Für Banken die sich jetzt melden, werden Bußen von bis 50 Prozent der versteckten Gelder fällig. Für die ganze Schweizer Branche rechnen Experten mit Strafen von bis zu zehn Milliarden Franken. Das ist fast so viel wie der kumulierte Jahresgewinn aller Schweizer Institute. Das US-Programm sei an der Grenze des erträglichen, aber es sei die einzige verbleibende Lösung, erklärte der Bankenverband.

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