Steuerstreit
Bei der Credit Suisse könnten Köpfe rollen

Die Spitze der Credit Suisse ist in Alarm-Zustand: Noch im Mai wird das US-Justizministerium wohl mitteilen, zu welchem Preis Credit Suisse den US-Steuerstreit beilegen kann. Es könnten am Ende sogar Köpfe rollen.
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In der Schweiz ist bereits eine Debatte entbrannt, ob Brady Dougan als Bank-CEO und Urs Rohner als Präsident des Verwaltungsrats noch tragbar sind. Auslöser ist der Druck des US-Justizministeriums, dass die Schweizer Credit Suisse AG ein formales Schuldeingeständnis (guilty plea) abgeben soll, US-Bürgern beim Steuerhinterziehen geholfen zu haben. Ein Geständnis einer Tochtergesellschaft reicht offenbar nicht mehr. Zudem droht der Bank laut der Nachrichtenagentur Reuters eine Buße von über zwei Milliarden Dollar. Credit Suisse macht auf Anfrage dazu keine Angaben.

US-Justizminister Eric Holder hat bereits eine härtere Linie angekündigt. Keine Bank könne sich wegen seiner Größe einer Strafverfolgung entziehen, sagte er. In der US-Politik wächst der Frust über Großbanken, die trotz massiver Verfehlungen bei Zinsmanipulationen, Geldwäsche oder Steuerflucht-Hilfe stets mit einer Geldbuße davonkamen. Den Rekord hält die US Bank JP Morgan, die wegen unseriöser Geschäfte mit US-Hypothekenpapiere insgesamt 13 Milliarden Dollar Strafe zahlen musste. Bank-Chef James Dimon ist aber immer noch im Amt und bezog trotz allem einen Millionen-Bonus.

Nun will Holder die Banken härter anpacken: Sie sollen formal eine Schuld eingestehen. Die Folgen für die Bank sind bisher kaum abzusehen. Offenbar haben die Regulierer der US-Justiz bereits zugesichert, der betreffenden Bank nicht die Lizenz zu entziehen.

Dennoch sind Anleger nervös: Die CS-Aktie hat seit Anfang April rund zehn Prozent verloren. „Credit Suisse muss schnell einen Deal präsentieren“, betont ein Bankmanager. Würden Dougan oder Rohner im Namen der CS solch ein Geständnis unterzeichnen, müssten sie dann gehen? Die Meinungen gehen dazu auseinander.

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Gibt es Rücktritte?

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Die Finanzaufsicht schweigt

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