Strafzinsen
Firmen müssen für Tagesgeld draufzahlen

Allein die anhaltend niedrigen Zinsen sind problematisch für Unternehmen. Jetzt kommt es noch härter: Banken verlangen zunehmend Negativzinsen auf kurzfristige hohe Einlagen, wie Lufthansa und Eon mitteilten.
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Künftig müssen Unternehmen wohl so genannte Negativzinsen zahlen: Nach Berichten der Wirtschaftswoche haben Banken den Dax-Konzernen Lufthansa und Eon bereits angekündigt, Strafzinsen auf Sichteinlagen zu berechnen. Das gilt vor allem für höhere Summen, die nur kurzfristig als Tagesgeld angelegt werden.

Vor allem für die Lufthansa könnte das teuer werden: Als große Fluglinie muss sie hohe Geldbestände verfügbar halten, um Streiks oder Einbrüche bei Flugbuchungen ausgleichen zu können, ausgelöst etwa durch die derzeitigen geopolitischen Krisen. Förderlich für den Sparkurs des Vorstandschef Carsten Spohr wären die Strafzinsen somit kaum.

Der Stromkonzern Eon sollte schon häufiger Negativzinsen zahlen – konnte sich bisher aber immer wieder davor bewahren. „Bisher haben wir diese vermeiden können, indem wir andere Banken gewählt, die Laufzeiten verlängert haben oder auf alternative Geldanlagen ausgewichen sind“, sagte ein Eon-Sprecher der Wirtschaftswoche. Negativzinsen zahlen muss auch die Baumarktkette Hornbach, wie sie unlängst mitteilte.

Grund für den Trend ist vor allem die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank: Die Banken können wegen der niedrigen Zinsen mit Anlagen kaum noch Gewinne erzielen und wollen daher verhindern, dass Unternehmen größere Beträge kurzfristig bei ihnen parken. Alternative Geldanlagen sieht Eon dem Bericht zufolge etwa in kurzfristigen Schuldverschreibungen von Industriekonzernen und Banken.

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