Strategie aufgeweicht Allianz bremst Dresdner-Produkte aus

Bei den Allianz-Versicherungsvertretern in Bayern bremst die Allianz den Vertrieb von Produkten ihrer Tochter Dresdner Bank. Hintergrund ist eine Kooperation mit den bayerischen Genossenschaftsbanken.

HB MÜNCHEN. Das bestätigte ein Allianz-Sprecher am Montag in München. Diese seit mehr als 70 Jahren laufende Zusammenarbeit im Rahmen eines bayerischen Sonderwegs solle fortgesetzt werden. Daher werde der Verkauf von Dresdner Bank Produkten bei den Versicherungsvertretern nicht aktiv betrieben. Damit werde die Strategie von zur Steigerung des Marktanteils der Dresdner Bank in einem der wichtigsten Regionalmärkte aufgeweicht, heißt es weiter.

Konzernchef Michael Diekmann hatte Mitte März erklärt, die Hälfte der 10 000 Allianz-Vertretungen solle künftig Produkte und Dienstleistungen der Dresdner Bank anbieten. Diese Strategie gilt als zentrales Instrument Diekmanns, den Marktanteil der Banktochter im Privatkundengeschäft von jetzt 4 % auf die versprochenen 10 % zu steigern. Mit dem Brief reagiere die Allianz nunmehr auf große Empörung bei den Genossenschaftsbanken über die neue Bankstrategie des Konzerns, berichtet die "Financial Times Deutschland".

Die Pläne haben offenbar zu Verunsicherung bei den Genossenschaftsbanken in Bayern geführt. In einem Brief an die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken versuchte nun Allianz-Vorstand Reiner Hagemann laut „Financial Times Deutschland“ die Bedenken zu zerstreuen. „Mit Blick auf die für uns sehr bedeutsame Kooperation und aus Rücksicht auf Ihre Banken haben wir für Bayern beim Thema „Verkauf von Bankprodukten durch unsere Stammorganisation“ eine deutlich veränderte Vorgehensweise beschlossen“, schrieb Hagemann. So werde es bei den Versicherungsvertretern keine regionalen Werbeaktivitäten geben. Die Allianz werde „Maßnahmen unterlassen, um unsere Agenturen als Bankfilialen zu präsentieren“.

Die Genossenschaftsbanken sind im Freistaat eine wichtiger Kooperationspartner der Allianz. Ein Fünftel des Versicherungsgeschäfts läuft über diesen Kanal. Aus diesem Grund will die Allianz nach Angaben des Sprechers an dem Sonderweg festhalten.

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