Strategie der Allianz bis 2018
Allianz-Chef trimmt Konzern auf mehr Gewinn

Vorstandschef Oliver Bäte nimmt Zukäufe ins Visier und stellt den Versicherer digitaler auf. Das Unternehmen will gemeinsam mit dem Internetgiganten Baidu in den chinesischen Online-Versicherungsmarkt einsteigen.

FrankfurtDer neue Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte will Europas größten Versicherer auf mehr Effizienz trimmen. Die Allianz müsse vor allem auf den Trend zur Digitalisierung des Versicherungsgeschäfts reagieren, hieß es in einer Mitteilung zum Allianz-Investorentag am Dienstag in München, auf dem Bäte und seine Vorstandskollegen die Strategie bis 2018 vorstellen wollen.

Dazu gehören offenbar auch Zukäufe: Die Allianz werde "in vielversprechende Geschäftsmodelle investieren und strategisch passende Konsolidierungschancen wahrnehmen". Das soll sich auch für die Aktionäre auszahlen: Das Ergebnis je Aktie soll bis 2018 jedes Jahr im Schnitt um fünf Prozent steigen. Im vergangenen Jahr hatte es bei 13,71 Euro gelegen.

"Die Allianz ist gut aufgestellt und kann diesen Transformationsprozess anführen, indem wir uns noch stärker an unseren Kunden orientieren, unsere Leistung weiter steigern und in die Digitalisierung investieren", fasste Bäte seine Strategie zusammen. Bis 2018 sollen die jährlichen Kosten dadurch um eine Milliarde Euro gesenkt werden. Das eingesparte Geld solle in IT, Personal und zusätzliches Wachstum investiert werden. Von einem Stellenabbau ist in der Mitteilung nicht die Rede.

Bäte will dabei auch im Beteiligungsportfolio der Allianz ausmisten. Der Versicherer setze auf Größenvorteile. Töchter, die bereits gut liefen, sollen - möglicherweise auch durch Zukäufe - gestärkt werden, kleinere sollen ausgebaut werden, wenn sie gute Ergebnisse erzielen. Töchter, die weniger Gewinn abwerfen, müssen dagegen mit weniger Kapital auskommen. "Die Allianz wird entschlossen handeln, um ihr Geschäftsportfolio zu optimieren, Wachstum und Produktivtiät zu verbessern und weniger rentable Einheiten neu aufzustellen", hieß es in der Mitteilung.

Ziel sei es, rund fünf Millionen neue Kunden zu gewinnen und 6,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Beitragseinnahmen zu erzielen, erklärte die Allianz. Das soll nicht zu Lasten der Schaden-Kosten-Quote in der Schaden- und Unfall-Sparte gehen, die der Versicherer bei maximal 94 Prozent halten will. Die Eigenkapitalrendite will Bäte bis 2018 in der Gruppe bei 13 Prozent halten, die unter Druck stehende Lebensversicherung soll mindestens zehn Prozent abwerfen.

Zudem will der Versicherer in den chinesischen Online-Versicherungsmarkt einsteigen. Dazu wird ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Internetsuchmaschinen-Betreiber Baidu und dem Finanzinvestor Hillhouse Capital gegründet. Ziel sei der landesweite Vertrieb von Lebens- und Sachversicherungen.

Die Aktionäre der Allianz können auch künftig auf steigende Dividenden hoffen. Finanzvorstand Dieter Wemmer bekräftigte am Dienstag auf dem Investorentag, dass der Versicherer regulär 50 Prozent seines Nettogewinns ausschütten wolle. Sinken soll die Dividende dabei in keinem Fall. Der Münchener Versicherer hat sich vorgenommen, den Gewinn je Aktie in den nächsten drei Jahren im Schnitt um je fünf Prozent zu steigern. 2014 hatte er bei 13,71 Euro gelegen.

Das Geld, das die Allianz für Zukäufe zurückgelegt, aber nicht gebraucht hat, soll alle drei Jahre an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Allein seit Anfang 2014 seien von dem Budget 1,8 Milliarden Euro übrig. Vorstandschef Oliver Bäte hat angekündigt, auch künftig "mit Disziplin" Gelegenheiten für Zukäufe zu nutzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%