Streit über Rechtsform
Provinzial-Fusion droht zu scheitern

Die Sparkassenversicherer Provinzial Rheinland und Provinzial Nordwest haben sich auf ein Fusionskonzept geeinigt. Sie streiten allerdings über die Rechtsform. Daran könnte könnte der Zusammenschluss scheitern.
  • 0

Münster/DüsseldorfDie Gespräche über eine Fusion der regionalen Versicherer Provinzial Rheinland und Provinzial Nordwest drohen auf der Zielgeraden zu scheitern. Die Eigner der Schwesterunternehmen streiten über die Rechtsform des Versicherungskonzerns.

Entsprechende Medienberichte wurden am Mittwoch in Eigentümerkreisen bestätigt. Offenbar werden beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe starke steuerliche Nachteile befürchtet. Verbandschef Wolfgang Kirsch pocht auf die Form einer Aktiengesellschaft. Bei anderen wichtigen Fragen wie dem Fusionskonzept scheint dagegen Einigkeit zu herrschen.

Auch der Vorstand des Provinzial Nordwest Konzerns bestätigte, dass die Frage der unterschiedlichen Rechtsform ein Thema sei, das intensiv zu diskutieren sei. Ob diese Frage jedoch die Fusionsgespräche zum Abbruch bringen werden, "bleibt abzuwarten", erklärte ein Provinzial-Sprecher in einem Schreiben an die Mitarbeiter. Man könne und wolle sich nicht an möglichen Spekulationen hierzu beteiligen. Die Eigentümer müssten nun entscheiden, was wohl im vierten Quartal 2013 passieren werde.

Ein Scheitern der Fusionsgespräche würde im Sparkassenlager Hoffnungen zunichtemachen, erhebliche Kostenvorteile heben zu können. Wie ein Flickenteppich sieht die Landkarte der öffentlichen Versicherer, die zur Sparkasse-Finanzgruppe gehören, bisher aus.

Sechs größere Unternehmen sind in verschiedenen Regionen und teilweise nicht zusammenhängenden Gebieten aktiv. Durch das niedrige Zinsniveau ist die gesamte Branche unter Druck geraten. Die Vorstände der Provinzial-Versicherungen rechnen mit einer Ergebnissteigerung von bis zu 100 Millionen Euro im Fusionsfall, wie es im Mai hieß.

Kirsch bestätigte, dass er auf der Rechtsform einer AG bei dem fusionierten Versicherungskonzern beharrt. Mit dieser Position gehe er in die anstehenden Gremiensitzungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, sagte er am Rande der Feierlichkeiten zum 60. Jubiläum der Landschaftsverbände in Münster. Eine Begründung nannte Kirsch nicht. Der Landschaftsverband besitzt ebenso wie der Sparkassenverband Westfalen-Lippe 40 Prozent der Anteile an der Provinzial Nordwest.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streit über Rechtsform: Provinzial-Fusion droht zu scheitern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%