Streit um Abhebegebühr Banken rudern zurück – Verbraucherschützer klagen

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Weniger Automaten, dafür Geldabheben im Supermarkt
Bei diesen Banken drohen Kunden zu fliehen
Wechselbereite Kunden
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Rund sieben Prozent aller Bankkunden erwägen, ihr Institut in den kommenden 24 Monaten zu wechseln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Consulting-Agentur Investors Marketing vom Mai 2016. Damit sitzen rund 3,4 Millionen Bankkunden finanziell auf „gepackten Koffern“. Wo der größte Schwund zu erwarten ist, zeigt das folgende Ranking.

Platz 1: ING Diba
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Sieger in Sachen Kundentreue ist der Umfrage zufolge die Direktbank ING Diba. Sie hat zwar nur in vier deutschen Städten Filialen: in Frankfurt, Hannover, Nürnberg und Berlin. Dennoch scheinen Kunden der Bank besonders zufrieden. Nur 3,5 Prozent der befragten Kunden gaben an, das Institut in den nächsten 24 Monaten verlassen zu wollen – gerade einmal halb so viele wie im Durchschnitt.

Platz 2: Sparkasse
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Kunden der Sparkassen schätzen offenbar Beständigkeit und Zuverlässigkeit – kein Wunder, dass nur wenige mit dem Gedanken spielen, das Institut zu wechseln. In der Umfrage waren das lediglich 6,6 Prozent. Dabei haben zuletzt gerade Sparkassen mit Gebührenerhöhungen für Girokonten für Schlagzeilen gesorgt.

Platz 3: Volks- und Raiffeisenbanken
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Auch die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken zählen – wie die Sparda- und PSD-Banken – zu den Genossenschaftsbanken. Ihre Kunden scheinen relativ zufrieden. Jedenfalls gaben nur 7,2 Prozent der befragten Kunden an, wechselbereit zu sein.

Platz 4: Targobank
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Rund vier Millionen Kunden pflegen derzeit eine Geschäftsbeziehung zur Targobank – nur 8,8 Prozent von ihnen sind in den nächsten zwei Jahren bereit, das Institut zu wechseln. Damit liegt die Bank allerdings immer noch 1,8 Prozent über dem Durchschnitt.

Platz 5: Comdirect
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Ähnlich sieht es bei der Direktbank-Tochter der Commerzbank aus: Rund 9,1 Prozent der befragten Kunden wollen auch hier in den nächsten 24 Monaten zu einer anderen Bank wechseln.

Platz 6: Commerzbank
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Mit einer besonderen Form der Kundenorientierung glänzte in jüngerer Vergangenheit die Commerzbank. Erst wurde bekannt, dass das Institut seinen Kunden per sogenannten Cum-Ex-Geschäften zu Milliarden an unrechtmäßigen Steuerrückerstattungen verhalf. Nun steht das Institut erneut wegen sogenannter Cum-Cum-Geschäfte in der Kritik (Letzteres wurde erst nach Ende der Umfrage bekannt). Rund 9,1 Prozent der Privatkunden tragen sich mit dem Gedanken, das Institut bald zu verlassen.

Klar ist: Die Debatte schadet dem Image der öffentlichen Institute und der Genossenschaftsbanken. Die großen Privatbanken betonten in den vergangenen Wochen genüsslich, dass an Ihren Automaten Geldabheben weiter kostenlos sein. So erklärte die Commerzbank gestern, weiterhin keine Gebühren fürs Geldabheben am Automaten einführen zu wollen. „Da sind wir sehr klar: Wir werden nicht unseren Kunden erklären, warum unsere Kunden von ihrem Konto ihr Geld abheben und dafür Geld bezahlen. Das finde ich völlig absurd. Das werden wir nicht machen“, betonte Privatkundenvorstand Michael Mandel.

Die Deutschen zahlen nach wie vor am liebsten mit Scheinen und Münzen. Die nötige Bargeldlogistik aber verursacht den Instituten hohe Kosten. Ein neuer Geldautomat kostet laut Expertenschätzung rund 20.000 Euro. Die Wartungs- und sonstigen Kosten liegen jährlich etwa halb so hoch – pro Automat, wohl gemerkt. Diese Summen schlagen vor allem in Niedrigzinszeiten schmerzlich zu Buche. 55.000 Geldautomaten gibt es in Deutschland, die Zahl blieb in den vergangenen Jahren laut der Deutschen Bundesbank stabil; mit dem laufenden Abbau von Filialen dürfte sie aber mittelfristig sinken.

Eine Reaktion der Banken ist, stärker auf andere Abhebesysteme zu setzen. Immer mehr Supermärkte bieten inzwischen die Möglichkeit an, per EC-Karte beim Zahlen an der Kasse Geld abzuheben, wenn Kunden Waren im Wert von 20 Euro oder mehr einkaufen. Laut der Zeitung Die Welt ist das inzwischen an 48.000 Kassen möglich, bei den Supermärkten Rewe, Penny, Toom, Netto, Kaufhof und neuerdings Aldi Süd.

Die Sparda-Banken Nürnberg und Augsburg setzen seit dem Mittwoch außerdem auf die digitale Technik: Dank einer Kooperation zwischen den Genossenschaftsbanken und dem Finanztechnologieanbieter Barzahlen.de können Kunden mit ihrem Smartphone unter anderem an den Kassen von Rewe, Penny, Real und Mobilcom-Debitel Bargeld abheben. Weitere Sparda-Banken sollen in den kommenden Wochen folgen. Auch die Deutsche Bank will in ihre App schon bald die Möglichkeit einbauen, per Smartphone an Bargeld zu kommen.

Recherchen des Internet-Finanzportals Biallo hatten die Debatte um Gebühren am Geldautomaten angestoßen. Demnach verlangen rund 40 Sparkassen und ungefähr 150 Volksbanken von einem Teil ihrer Kunden – je nach Kontomodell – Gebühren fürs Abheben von Bargeld. Die Höhe ist sehr unterschiedlich. Manche gewähren ihren Kunden im Monat bis zu fünf kostenlose Abhebungen, andere kassieren gleich beim ersten Mal. Fällig werden zwischen zehn und 50 Cent. Einige Institute haben allerdings schon seit Jahren Kontomodelle, bei denen Barabhebungen Geld kosten.

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12 Kommentare zu "Streit um Abhebegebühr: Banken rudern zurück – Verbraucherschützer klagen"

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  • @Dissi Dent: Ihr Schwachsinn in Textform verursacht beim ökonomisch gebildeten Menschen Augenschmerzen und grauen Star. Zudem wird klar, warum Deutsche beim Pisa-Test immer schlechter abschneiden. Note 5, durchgefallen!!!

  • Ich wiederhole mich indem ich sage, dass die Diskussion um so einen Bullshit von der Dummheit der deutschen Bevölkerung, der Medien sowie der Verbraucherschützer zeugt, dass es besser nicht geht und man vergisst offenbar, wofür wir Dank Katastrophen-Merkel palettenweise unser aller Geld wirklich raushauen.

    Denn erstens verdienen die Banken an den läppischen Gebühren NICHTS, sondern legen lediglich endlich ihre Kosten für die Bargeldver- und Entsorgung auf ihre stets dümmlich-meckernde Kundschaft um. Und darüber regt man sich kurz vor der Wahl sinnlos auf, in einem Land, wo Kunden im internationalen Vergleich fast eh schon keine nennenwerten Kosten für ihre Konten und sonstige Bankgebühren haben und im Retailgeschäft seit Jahren dicke Verluste fahren, während Häuser in Frankreich, Spanien, UK und vor allem den USA fette Gewinne produzieren.

    Gleichzeitig sind die gleichen Leute aber ganz still, wenn es um die Preise von Lebensmitteln und Autos geht (ein Golf kostet heute soviel wie vor 15 Jahren ein BMW 5er) oder die Überführungskosten für letztere geht. Denn Freude am Fahren und am Fressen ist den verbrämten Deutschen immens wichtig.

    Mein Tipp: Die Schreihälse inklusive derer hier - mit Ausnahme von Heinz Keizer - sollen am besten ihre eh nicht gewünschten Privatkonten bei ihrer Bank kündigen und die Kohle unter´m Kopfkissen verwahren. Banken werden sowieso noch Tausende an Filialen schließen müssen.

    Und wenn diese Kohle dann Dank Merkel von den Millionen an importierten Fachkräften für Wohnungseinbruch & Pyrotechnik geklaut wird, dann meckern sie noch lauter, die Schwachköpfe.

  • @ Herr Dissi Dent20.04.2017, 15:35 Uhr

    Ich bin Rentner, habe aber in einer Bank gearbeitet und verstehe das Bankgeschäft. Wo es berechtigt ist, unterstütze ich den Verbraucherschutz und berate auch Verbraucher. Ich habe nur was gegen dieses ständige Banken-bashing. Es gibt tausende von Mitarbeiter, die täglich ihre Arbeit zur Zufriedenheit ihrer Kunden machen. Es gibt überall schwarze Schafe, das gehört auch im Bankenbereich unterbunden. Eine verschwindent kleine Minderheit klagt dann über Verbraucherverbände gegen angebliche Missstände. Bei Bafin gehen nur wenige berechtigte Beschwerden ein, im Verhältnis zu der Anzahl der Beratungen. Und wenn ein Richter entscheidet, bedeutet das nur, dass er Recht gesprochen hat, ob das auch richtig ist, ist eine andere Sache.

  • @ Heinz Keizer

    Und Sie scheinen ein (Lobby)Vertreter oder Mitarbeiter in der Bankenbranche zu sein.

  • @ Herr Dissi Dent20.04.2017, 14:48 Uhr

    Es war ein Reisenfehler die Banken zu retten. Es darf nicht sein, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Die Politikr hätten aber ganz schön dumm aus der Wäsche geschaut, wenn plötzlich keine Banken mehr Staatsanleihen gekauft hätten. Draghi hatte da sein "Geschäftsmodell" noch nicht entwickelt. Wenn Banken wie andere Unternehmen behandelt würden, würde dieses Moral Hazard sehr bald aufhören.

  • @ Herr Dissi Dent20.04.2017, 14:52 Uhr

    Sie scheinen ja einige Jahre Bankbetriebslehre studiert zu haben.

  • Im Gegensatz zu den sog. Verbraucherschützern sind Banken Wirtschaftsunternehmen, die ihr Geld verdienen müssen.

    Deren Geschäftsmodell bisher darin bestand, durch Sollzinsnahme bei Kreditgeldschöpfung Geld zu verdienen.
    Da wird nichts produktives geleistet, außer eines Buchungssatzes auf einem Kontoauszug!
    Leisten müssen die Kreditnehmer, die den zu zahlenden Sollzins irgendjemand anderem im Wirtschaftskreislauf abjagen müssen, der dann um diesen Betrag ärmer wird.
    Was ist das für ein widerwertiges Geschäftsmodell?

  • Es ist schon paradox!
    Man leiht den Banken eigenes Geld und soll dafür auch noch Gebühren und Negativzins bezahlen.
    Jahrzehntelang haben die Banken andersrum denj Leuten massivge Sollzinsen berechnet, wenn man sich von den Banken Geld ausgeliehen hat.
    Jetzt wo sich niemand mehr verschulden will, kommen die Banken mit dieser Idee um die Ecke.
    Man muß Abzocker auch so nennen dürfen!
    Ich will aber nicht verallgemeinern, sicherlich gibt es auch unter den Banken gute seriöse Institute, die wie immer, jetzt unter den schwarzen Schafen der Branche, mit zu leiden haben.
    Zuem haben die Steuerzahler genau diese Abzocker politisch gewollt vor dem Untergang gerettet, besser gesagt, der Untergang wurde in die Zukunft verschoben.
    Es wird zu Aufständen gegen die Banken kommen, weil viele nicht mehr bereit sind, als ewige Zins- und Gebührenknechte abgemolken zu werden.

  • "Eine Reaktion der Banken ist, stärker auf andere Abhebesysteme zu setzen. Immer mehr Supermärkte bieten inzwischen die Möglichkeit an, per EC-Karte beim Zahlen an der Kasse Geld abzuheben, wenn Kunden Waren im Wert von 20 Euro oder mehr einkaufen"

    Wenn ich Bargeld abheben will, möchet ich nicht für 20€ etwas Nutzloses kaufen MÜSSEN.

    Für mich stellt sich die ganze Diskussion um Gebühren folgendermaßen dar:

    Bedingt durch die EZB-Geldpolitik steht den Banken das Wasser bis zum Hals, da das klassische Kreditgeschäft dank Nullzinsen nicht mehr funktioniert.

    Es wird Zeit, sich Gedanken zu machen, wo und wie man sein Erspartes aufbewahrt.

  • Im Gegensatz zu den sog. Verbraucherschützern sind Banken Wirtschaftsunternehmen, die ihr Geld verdienen müssen. Deutsche Banken stehen dabei im internationalen Vergleich ziemlich schlecht da.

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