Streit um Abwicklung der Skandalbank
Bayern LB stellt sich bei Hypo-Alpe-Töchtern quer

Für die Bayern LB ist das Okay zum Verkauf der Balkan-Töchter der verstaatlichen Hypo Alpe Adria an den Investor Advent und die Europäische Bank für Wiederaufbau keine Formalie. Sie könnte den Deal zum Platzen bringen.
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WienDie Bayerische Landesbank droht Österreich bei der Abwicklung der verstaatlichten Skandalbank Hypo Alpe Adria einen Strich durch die Rechnung zu machen. Denn die Zustimmung zum Verkauf der Balkan-Töchter an den amerikanischen Finanzinvestor Advent und die Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) wird von der Münchner Bank nicht einfach anstandslos gegeben. „Wir sehen uns den Vorgang sehr genau an“, sagt ein Insider. „Das ist keine Formalie.“ Schließlich sei die Bayern LB schon aus aktienrechtlichen Gründen zu einer exakten und intensiven Prüfung verpflichtet.

Ein Team mit einem halben Dutzend Spezialisten durchforsten die Bilanzen der Banken auf den Balkan, wobei die Institute in Kroatien mit einer Bilanzsumme von 3,9 Milliarden Euro und in Slowenien mit 1,6 Milliarden Euro die größten Brocken darstellen. Die Bayern LB will die Entscheidung über ein mögliches Nein zum Verkauf der Südosteuropa-Tochter nicht schnell fällen. Seit knapp zwei Wochen habe man Zugang zum Datenraum. Bis man zu einer abschließenden Beurteilung komme, könne es nochmals zwei Wochen dauern. Im Mittelpunkt der Prüfung, so sagen Insider, steht nicht in erster Linie der Kaufpreis, den Advent und EBRD zahlen werden. Die Bayern LB selbst wollte sich auf Anfrage zum Ergebnis der Prüfung nicht äußern.

Dem Verkauf der südosteuropäischen Banken der ehemaligen Hypo Alpe Adria muss die Bayerische Landesbank als der frühere Eigentümer neben dem heutigen Eigentümer, der Republik Österreich, zustimmen. Dieses Recht wurde der Bayerischen Landesbank bei der Gewährung ihrer Kredite an die Hypo Alpe Adria in den Jahren 2008 und 2009 zugestanden. Ein Nein aus München würde das Geschäft der Österreicher ins Abseits katapultieren.

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