Streit um fehlerhafte Quartalsergebnisse Licci sorgt für Eklat bei HVB

In der Hypovereinbank gibt es offenbar Verärgerung über die Chefin der Privatkundensparte, Christine Licci. Auslöser ist ein Rundschreiben der Managerin über eine angeblich fehlerhafte Darstellung der Ergebnisse ihrer Sparte bei der Vorlage der Quartalsergebnisse. Auch HVB-Chef Dieter Rampl blieb von Liccis Angriffen nicht verschont.
Kritsiert HVB-Vorstand Rampl: Christine Licci, Privatkundenvorstand bei der Hypovereinsbank. Foto: dpa Quelle: dpa

Kritsiert HVB-Vorstand Rampl: Christine Licci, Privatkundenvorstand bei der Hypovereinsbank. Foto: dpa

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HB MÜNCHEN. In dem Rundschreiben per E-Mail an die Mitarbeiter ihrer Sparte kritisiere Licci indirekt andere Vorstände und im Grunde auch Bank-Chef Dieter Rampl, sagte ein Bank-Manager. „Das kann man nicht machen. Die Art und Weise hat Züge eines Eklats“, sagte er. Mehrere Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind, sprachen von großer Verärgerung über den Vorstoß der früheren Chefin der Citibank Deutschland, der Ambitionen auf den Posten des Deutschland-Chefs der HVB nach deren Fusion mit der italienischen UniCredito nachgesagt werden.

Im Umfeld Liccis wurde das Schreiben verteidigt. Die HVB selbst lehnte eine Stellungnahme ab, Licci war für einen Kommentar am Wochenende nicht zu erreichen. Hintergrund ist die Präsentation der Quartalszahlen der HVB am vergangenen Mittwoch. In einer Tabelle mit den Bereichsergebnissen war für das Privatkundengeschäft das Vorjahresergebnis nicht um den Gewinn aus dem Verkauf der Bank BethmannMaffei von 53 Millionen Euro bereinigt, wodurch sich für die von Licci seit Anfang des Jahres verantwortete Sparte ein nur marginaler Ergebniszuwachs ergab.

Im Text des Zwischenberichts wurde allerdings auf die Sondererlöse im Vorjahr explizit verwiesen, wodurch die vergleichbar gerechnete Ergebnissteigerung deutlich wurde. In dem Rundschreiben an ihre Mitarbeiter sprach Licci davon, dass ihre Sparte mit einem Betriebsergebnis von 48 Millionen Euro die Kehrtwende geschafft habe, nachdem im ersten Halbjahr 2004 noch ein Verlust von sieben Millionen Euro nach Bereinigung der Sondereffekte verzeichnen worden sei.

„Über diese erfreuliche Entwicklung ist leider die Öffentlichkeit nicht korrekt und transparent informiert worden“, hieß es weiter. Alle Zahlen seien um BethmannMaffei bereinigt worden, nur beim Betriebsergebnis des Bereichs sei dies nicht geschehen. Danach hätte Liccis Bereich sein Ergebnis nur um zwei Millionen, nicht um 55 Millionen Euro gesteigert. „Es tut mir leid, dass durch diese mangelhafte Kommunikation Medienberichte ausgelöst wurden, die nicht die von Ihnen wirklich erbrachte Leistung widerspiegeln“, heißt es in dem Schreiben Liccis weiter.

In den Kreisen der Bank hieß es, Finanzvorstand Wolfgang Sprißler habe sich gegen den Vorwurf Liccis verwahrt. Im Umfeld Liccis wurde das Schreiben verteidigt. „Es war Licci wichtig, die Dinge klar zu stellen, Transparenz zu schaffen“, sagte eine vertraute Person. „So ein Fehler darf nicht passieren. Und wenn er passiert, dann muss er eben korrigiert werden - auch wenn es öffentlich wird.“ Besonders gegenüber ihren Mitarbeitern und deren Leistung sehe sich die Bankerin hier in der Pflicht.

In der Bank zählt die als hervorragende Motivatorin geltende Licci als Kandidatin für den Posten des Vorstandssprechers der HVB AG nach der Fusion mit UniCredito, allerdings gibt es auch Widerstände gegen sie. Bank-Chef Rampl soll dem Verwaltungsrat (Board) der gemeinsamen Bank vorstehen, der künftige HVB-Vorstandssprecher wird dann Deutschland-Chef der Gruppe sein. Als weiterer Kandidat gilt HVB-Vorstand Johann Berger, derzeit zuständig für kleinere Firmenkunden und den Abbau der Problemkredite im Immobiliensektor.

Im Umfeld Liccis hieß es, es sei falsch, dass die ehemalige Citibankerin als Kandidatin für den künftigen Deutschland-Chefposten auf breiten Widerstand im Konzern stoße. „Sicher, Unmut mag es auch geben“, hieß es in ihrem Umfeld. „Das sind einige Führungskräfte, die Angst vor Veränderung haben.“

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