Streit um Hausfarbe
Rivalen wollen Sparkassen-Rot löschen

Seit den Jahrzehnten benutzen die Sparkassen die Farbe rot, und wollen sie auch für sich behalten. Konkurrenten wie Spaniens Santander sehen das allerdings anders. Nun soll der Europäische Gerichtshof entscheiden.
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FrankfurtSparkassen-Konkurrenten sehen rot: Das spanische Geldhaus Santander und die österreichische Oberbank, die beide in Deutschland aktiv sind, wollen sich nicht damit abfinden, dass die Farbe rot hierzulande alleine den Sparkassen vorbehalten ist. Die beiden Banken, die ebenfalls mit roten Schriftzügen werben, haben deshalb beantragt, den seit 2007 als Sparkassen-Marke eingetragenen Farbton HKS 13 wieder zu löschen.

"Santander tritt dafür ein, dass die Dienstleistungsfreiheit in Europa gewahrt bleibt und jeder Dienstleister in der Farbe auftritt, die er als seine Hausfarbe ausgewählt hat", sagt Santander-Deutschland-Chef Ulrich Leuschner.

Nachdem das Deutsche Patent- und Markenamt eine Löschung ablehnte, legte Santander Beschwerde beim Bundespatentgericht in München ein. Dies hat den Fall am Freitag nun ausgesetzt und an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) weitergereicht, der vorab einige grundsätzliche Fragen klären soll. Unter anderem soll er festlegen, wie groß der Anteil der Verbraucher sein muss, die die Farbe als Zeichen einer bestimmten Bank verstehen, damit einer Rivalin die Nutzung der Farbe untersagt werden kann.

Geklärt werden soll auch, "ob eine ausreichend große Mehrheit der Verbraucher den Farbton rot auch dann als Kennzeichen der Sparkassen versteht, wenn er allein, also ohne ergänzende Zeichen oder Hinweise auf die Sparkassen, in der Werbung für Finanzdienstleistungen verwendet wird", erklärte Richterin Ariane Mittenberger-Huber vom Bundespatentgericht. Darüber hinaus sei von Bedeutung, ob für die Beurteilung der Zeitpunkt der Anmeldung der Marke 2002 oder der Zeitpunkt der Eintragung 2007 ausschlaggebend ist.

Die Sparkassen verwenden die Farbe rot seit den Sechziger Jahren - unter anderem für ihr Sparbuch - und geben sich entspannt. "Wir sind überrascht über die Aussetzung des Verfahrens, aber gelassen, weil wir weiter Inhaber der Farbmarke sind", erklärte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Santander findet die Einschaltung des EuGH angemessen, "da eine Reihe von europarechtlichen Bezügen bestehen". Das Institut, das in mehr als 40 Ländern aktiv ist, verwendet rot seit Ende der Achtziger Jahre - und will auf die "aufmerksamkeitsstarke Grundfarbe" auch in Deutschland nicht verzichten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Sparkasse verwendet HKS13, die Santander HKS14. Visuell praktisch identisch, denn HKS13 enthält nur einen Hauch weniger Gelb.
    Bin mal gespannt, wie die sich einigen.

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