Streit um Icesave-Bank
Island hat Geld bei Gerichtsentscheid

Islands Notenbank ist sich sicher, die Kosten tragen zu können, sollte ein Gericht entscheiden, dass Island für die Pleite der Icesave-Bank aufkommen muss.
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ReykjavikIsland kann seiner Notenbank zufolge die Kosten einer richterlichen Entscheidung im Icesave-Streit mit Großbritannien und den Niederlanden schultern. „Ich erwarte, dass Island zahlen kann, sollte ein Gericht es dazu verpflichten“, sagte Zentralbankchef Mar Gudmundsson am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Mehrheit der Isländer hatte sich am Wochenende in einer Volksabstimmung dagegen ausgesprochen, die Zeche für die Pleite der heimischen Icesave-Bank zu zahlen und Großbritannien und die Niederlande zu entschädigen. Der Streit muss nun vom Gericht der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) geklärt werden, die die Beziehungen zwischen Island und der EU regelt.

Gudmundsson sagte, das Risiko einer Staatspleite des durch die Finanzkrise arg gebeutelten Landes sehe er nicht. „Wir haben die Reserven, um unsere Währungsschulden bis 2015 zu bezahlen.“ Bis dahin werde das EFTA-Gericht eine Entscheidung getroffen haben. Die Isländer machten in dem Referendum ihrem Ärger darüber Luft, dass Steuerzahler für Fehler von Privatbanken geradestehen sollen.

Die Direktbank Icesave gehörte zu einem der isländischen Institute, die 2008 im Zuge der Finanzkrise zusammenbrachen. Während die Regierung in Reykjavik die isländischen Sparer für ihre Verluste entschädigte, gingen die ausländischen Bankkunden leer aus. Zu den Sparern zählten rund 400.000 Briten und Niederländer, die schließlich von ihren Heimatländern Entschädigungen erhielten. Großbritannien und die Niederlande fordern daher 3,5 Milliarden Euro von Island.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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