Streit um Kirch-Imperium
Ein „rauchender Colt“ bei der Deutschen Bank

Interne Dokumente belegen einem Medienbericht zufolge, wie Mitarbeiter der Deutschen Bank an dem Geheimprojekt „Barolo“ gearbeitet haben. Dessen Ziel sei die Aufspaltung des Medienimperiums von Leo Kirch gewesen.
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MünchenIm Streit zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch werden das Geldinstitut und sein ehemaliger Vorstandsprecher Rolf Breuer laut einem Bericht der „Süddeutsche Zeitung“ durch interne Dokumente belastet. Den Unterlagen zufolge gab es im Jahr 2002 in der Bank ein geheimes Projekt namens „Barolo“. Dabei ging es darum, den Medienkonzern des 2011 verstorbenen Kirch aufzuspalten.

Teile des Konzerns sollten demnach unter Mitwirkung der Bank verkauft werden, um die finanziell angeschlagene Gruppe vor der Pleite zu bewahren. In dem Schadenersatzprozess gegen die Deutsche Bank gaben das Institut und Breuer dagegen an, sie hätten nie vorgehabt, Kirchs Medienimperium zu zerschlagen.

Breuer hatte in einem Interview im Februar 2002 die Kreditwürdigkeit des Medienunternehmens in Zweifel gezogen. Kirch warf daraufhin Breuer und dem Geldhaus vor, damit den Zusammenbruch seines Imperiums besiegelt zu haben. Gut zwei Monate später, Anfang April, musste KirchMedia als erste Gesellschaft des angeschlagenen Konglomerats Insolvenz anmelden. Daher forderten Kirch und später seine Erben Schadenersatz von der Deutschen Bank.

Die „Süddeutsche Zeitung“ zitiert in ihrem Bericht aus einer E-Mail. Diese wurde von einem Mitarbeiter der Londoner Investmentabteilung der Deutschen Bank Ende Januar 2002 laut Verteiler auch an Breuer gesendet. In der Mail seien konkrete Pläne für einen Verkauf bedeutender Teile des Kirch-Konzerns durch die Bank beschrieben. Ein Kenner der Akten sagte der Zeitung, diese Mail sei ein „rauchender Colt“, also ein wichtiges Indiz für falsche Angaben der Bank bei Gericht.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Kirch-Streit derzeit auch wegen versuchten Prozessbetrugs gegen die Deutsche Bank und fünf ihrer Manager. Die Behörde soll laut der „SZ“ den Kirch-Erben zahlreiche Mails, Vermerke und Protokolle überlassen haben, die in der Bank beschlagnahmt worden waren. Die Erben wollen das Material demnach für ihre Schadenersatzprozesse gegen die Deutsche Bank nutzen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streit um Kirch-Imperium: Ein „rauchender Colt“ bei der Deutschen Bank"

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  • und wieder einmal hat der ehemalige Chef CB&S und heutige Co Vorstand von nichts gewusst wie bei allen Schweinereien in seinem vorherigen Zuständigkeitsbereich.Mich würde mal interessieren für was der Herr jahrelang Millionengehälter im zweistelligen Bereich kassiert hat, wenn er von nichts wusste wie seine Leute ihr Geschäft betreiben.

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