Streit um Pläne zur LSE-Übernahme: Fonds machen Führung der Deutschen Börse angeblich Druck

Streit um Pläne zur LSE-Übernahme
Fonds machen Führung der Deutschen Börse angeblich Druck

Fondsgesellschaften haben Presseberichten zufolge im Streit um die Pläne von Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert zur Übernahme der Londoner Börse LSE mit der Ablösung der Spitzen von Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Börse gedroht.

HB FRANKFURT. Der Investmentfonds TCI und andere oppositionelle Aktionäre der Deutschen Börse wollten Aufsichtsratschef Rolf Breuer durch den Bankier Lord Jacob Rothschild ersetzen, berichtete die britische „Sunday Times“. Das Gremium wolle dann den ehemaligen Deutsche-Börse-Vorstand und Chef der Schweizer Börse, Reto Francioni, zum Nachfolger Seiferts bestimmen, meldete das Blatt. Bei TCI war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Neben TCI erheben auch andere gewichtige Anteilseigner der Deutschen Börse wie der Hedge-Fonds Atticus und die Fondsgesellschaft Fidelity Widerstand gegen die Fusionspläne. Nach einem Bericht der „Financial Times“ hat sich auch Merrill Lynch Investment Management den aufständischen Aktionären angeschlossen. Bei Merrill war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Deutsche Börse wollte den Widerstand des US-Brokerhauses nicht bestätigen. Die Schweizer Börse erklärte lediglich: „Francioni ist mit seiner Arbeit als Chef der Schweizer Börse zufrieden“.

„Wenn wir den Vorstand nicht stoppen können, dann werden wir ihn eben entfernen“, sagte Atticus-Direktor David Slager dem Nachrichtenmagazin „Focus“ laut einem am Sonntag vorab veröffentlichten Bericht. Damit verschärft Slager seine Wortwahl. Erst vor wenigen Tagen hatte er seine generelle Unterstützung für einen Zusammenschluss der beiden Börsen bekundet, dabei jedoch eine „Hochzeit unter Gleichen“ favorisiert. Atticus und andere Übernahmegegner wie TCI, Capital Group und Fidelity halten laut „Focus“ insgesamt 25 Prozent an der Deutschen Börse. Sie fordern einen Verzicht auf die Akquisition und eine Ausschüttung der für die Übernahme angehäuften Barreserven des Frankfurter Börsenbetreibers an die Aktionäre.

Für eine Ablösung von Vorstand und Aufsichtsrat bei der Hauptversammlung im Mai würden die Fonds lediglich die einfache Mehrheit der anwesenden Stimmen benötigen. Die Kritiker um die Hedge Fonds TCI und Atticus halten gemeinsam mehr als zwölf Prozent an der Börse. Zuletzt hatte die Anwesenheitsquote bei einer Hauptversammlung der Börse rund 35 Prozent betragen. Die Deutsche Börse bietet rund zwei Milliarden Euro für die London Stock Exchange (LSE). Bislang hat die LSE die Offerte aber als zu niedrig abgelehnt.

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