Strenge Bankenaufsicht
Basel-Regulierer wollen Kapitalquoten genau prüfen

Mit strengeren Anforderungen an das Eigenkapital der Banken sollen die Folgen künftiger Finanzkrisen besser bewältigt werden. Doch Kritiker rechnen mit Tricksereien. Die Bankenaufsicht will hart durchgreifen.
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FrankfurtBanken sollen bei der Berechnung der künftigen strengeren Kapitalquoten nicht tricksen können. Die internationalen Regulierer im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht wollen ihnen künftig genauer auf die Finger schauen. Sie starten deshalb demnächst eine groß angelegte Untersuchung, wie der scheidende Generalsekretär des Gremiums, Stefan Walter, am Dienstag auf einer Konferenz in Frankfurt ankündigte. „Wenn die risikogewichteten Aktiva nicht richtig berechnet werden, dann macht die Anwendung der Kapitalregeln keinen Sinn“, sagte er. 

Nach Walters Worten werden sich die Regulierer die internen Bewertungsansätze für die Kreditrisiken im Handels- und Bankenbuch anschauen. Kritiker hatten moniert, wenn die Geldhäuser hier unterschiedliche Bewertungsansätze hätten, seien die auf dieser Grundlage errechneten Kapitalquoten auch nicht vergleichbar. Das verzerre den Wettbewerb, schließlich schaue der Markt verstärkt darauf, welche Bank die strengeren Kapitalanforderungen nach „Basel III“ wie schnell erfülle. 

Großbanken, deren Zusammenbruch das weltweite Finanzsystem erschüttern könnte (“Sifis“), müssen nach den Plänen der Regulierer mit einem zusätzlichen Kapitalaufschlag rechnen. Wer zu diesen Instituten gehört - Schätzungen gehen von insgesamt 28 Banken aus - ist momentan noch offen. „Ich gehe davon aus, dass wir die Namen zum Jahresende veröffentlichen“, sagte Walter. Aus Deutschland dürften die Deutsche Bank und möglicherweise auch die Commerzbank dabei sein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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