Strengere Regeln
Großbanken müssen mehr Kapital vorhalten

Die internationalen Aufseher haben strengere Regeln für Großbanken beschlossen. 28 Institute müssen demnach mehr Kapital vorhalten. Die Namen der Geldhäuser bleiben weiter geheim.
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LondonDie internationalen Bankenaufseher haben für die Platzhirsche der Branche strengere Regeln beschlossen. So sollen diese sogenannten systemrelevanten Geldhäuser (Sifis) in fünf Jahren höhere Kapitalpuffer bilden als die Konkurrenz - was die Erträge erheblich schmälern kann. Diese seit längerem diskutierten Anforderungen beschloss der Baseler Ausschuss der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) nach Angaben vom Mittwoch auf
seiner zweitägigen Sitzung.

Offen ist, ob die Maßgaben weltweit umgesetzt werden. Insbesondere in den USA stoßen sie auf Widerstand. Das letzte Wort dazu sollen die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) bei ihrem Gipfel im November haben.

Auslöser der neuen Regeln war der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers vor drei Jahren. Dieser setzte eine Kettenreaktion in Gang und sorgte damit für eine dramatische Verschärfung der Finanzkrise. Um dies künftig zu verhindern, sollen Banken mit einer außerordentlichen Marktmacht und Vernetzung besonders stark reguliert werden. Vor allem sollen sie daran gehindert werden, übertrieben große Risiken einzugehen - in der Erwartung, wegen ihrer Größe ohnehin vom Steuerzahler gerettet zu werden (“too big to fail“).

Der Baseler Ausschuss hat weltweit 28 solcher Sifis (systemically important financial institutions) ausgemacht, hält die Namen bislang aber geheim. In Deutschland dürfte auf jeden Fall die Deutsche Bank dazu gehören. Die Sifis müssen künftig 1,0 bis 2,5 Prozentpunkte mehr Eigenkapital vorhalten als andere Geldhäuser. Wer also in der höchsten Kategorie landet, der käme am Ende - zusammen mit der Mindestquote nach den neuen Eigenkapitalregeln Basel III - auf 9,5 Prozent hartes Kernkapital.

Der Chef der US-Großbank JP Morgan , Jamie Dimon, hatte die neuen Vorschriften vor kurzem als anti-amerikanisch kritisiert. Die US-Regierung solle überlegen, ob sie das gesamte Basel-III-Regelwerk überhaupt anwende. Bereits die derzeit weltweit gültigen Vorgaben Basel II haben die USA nicht umgesetzt.

Auch der Welt-Bankenverband IIF hat wiederholt vor negativen Folgen der schärferen Regulierung gewarnt. Dazu gehört nach Darstellung der Lobbyisten auch eine spürbare Dämpfung des Wirtschaftswachstums, wenn die Banken ihrer eigentlichen Aufgabe - der Kreditvergabe - nicht mehr nachkommen können. Die Basel-III-Regeln sollen schrittweise ab 2013 umgesetzt werden. Die Sifis dürften dann ab 2016 an die kurze Leine gelegt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Strengere Regeln: Großbanken müssen mehr Kapital vorhalten"

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  • Das brauchen sie ja nun wirklich nicht.

    Die Überschrift ist gut gewählt. Der Unterschied ist schon fein gewählt. "Die Großbanken müssen mehr Kapital vorhalten". Vollkommen anders wäre die Formulierung gewesen: "Die Großbanken müssen angemessenes Kapital vorhalten".

    Formulierung war gut!

    Die Spekulation muss nur groß genug sein, dann springt der Rettungschirm ein.

    Der Rettungsschirm, über den aktuell im Bundestag beraten und beschlossen wird, ist eine Einladung zur unbegrenzten Spekulation. Das hat den Investmentbankern nur noch gefehlt. Für die ist heute Weihnachten.

    Geht's gut, streichen sie dicken Bonus ein. Geht's schlecht, dann nur noch ein letztes Mal.

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