Stresstest der Fed
„Schwere Defizite“ bei US-Tochter der Deutschen Bank

28 der 31 von der Fed gestressten Banken haben den Test bestanden und überbieten sich mit Dividendenanhebungen. Die Deutsche Bank fällt durch – eine weitere Peinlichkeiten in einer ganzen Reihe von Verfehlungen.
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WashingtonWie sicher sind US-Banken in einer neuen Krise? Ein Stresstest der US-Notenbank Fed sollte es zeigen und die Endergebnisse für dieses Jahr sind da. Von 31 geprüften Banken haben 28 den finalen Test ihrer Pläne für Kapitalausschüttungen und interne Risikovorsorge geschafft. Eine, die Bank of America, muss noch mal zurück auf die Schulbank und nachsitzen.

Die Fed verlangt eine verbesserte Kapitalplanung das Nachbessern von „Schwachpunkten“. Zwei ausländische Institute, die US-Töchter von Deutscher Bank und Santander, bekommen diese Chance nicht. Die Notenbanker bemängeln „schwere Defizite“ zum Beispiel bei der Risikobeurteilung. Damit ist den US-Töchtern nicht erlaubt, an ihre Mutterhäuser oder sonstige Aktionäre Dividenden zu zahlen oder Aktien zurückzukaufen oder auszugeben.

Eine Sprecherin der Deutschen Bank erklärte in der Nacht zum Donnerstag, das Institut sehe sich verpflichtet, die beanstandeten Prozesse zu verbessern. Die Bank habe vor diesem Hintergrund bereits eine Investitionsoffensive im Wert von einer Milliarde Euro angekündigt. Als Teil davon seien in den USA schon 500 Mitarbeiter für diverse Kontrollfunktionen eingestellt worden.

Der Rest der Banken dagegen schöpft aus dem Vollen und manche Analysten glauben, die Bankaktien könnten 2015 wieder zu Stars an der Wall Street werden. Denn mit den Fed-Ergebnissen ist der Weg frei für höhere Dividenden und Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe.

Nur Minuten nach der Bekanntgabe durch die Notenbank überboten sich entsprechend große Institute wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, U.S. Bancorp, Wells Fargo oder American Express mit Ankündigungen oder Bestätigungen von drastischen Dividendenanhebungen und/oder Aktienrückkaufprogrammen. Besonders Citibank hat Grund zum Feiern: Vergangenes Jahr war sie noch mit fliegenden Fahnen im Stresstest untergegangen, jetzt wird die Quartals-Dividende auf fünf Cents angehoben und für 7,8 Milliarden Dollar werden eigene Aktien aus dem Markt genommen.

Das ist es, was Aktionäre hören wollen. Selbst die gemaßregelte Bank of America dürfte ihre 2014 gestoppten Pläne für einen Aktienrückkauf über vier Milliarden Dollar bald wieder aufnehmen.
Nachbörslich zogen am Mittwoch die meisten Bankaktien an Wall Street deutlich an, lediglich Bank of America schwächelte. Dabei sind Giganten wie Goldman Sachs und JP Morgan Chase nur knapp durch die Tests gekommen.

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Selbst Goldman Sachs schaffte es nur knapp

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  • „Schwere Defizite“ bei US-Tochter der Deutschen Bank

    Das gibt es doch nicht, dass hier alles "Hui" und da drüben im gleichen Institut "Pfui" ist.

    Die Bundesrepublik sollte sich eine Bankenaufsicht leisten, die dazu Stellung nehmen kann. Frau König war dazu die falsche Präsidentin. Das rechtfertigt aber nicht, den gleichen Fehler fortzusetzen. Es muss Schluss sein mit diesem Lobbyismus in staatlichen Positionen!

    Eine BAFin, die nicht einmal eine vernünftige Bewertung der Assets der Versicherungen überprüfen kann, macht keinen Sinn. Es war schon ein starkes Stück ein Lebensversicherungsreformgesetz ausgerechnet zu einer Zeit durchzubringen, die Versicherten zu enteignen, als alle Märkte auf TOP-Niveau waren, das hatte was.

    Wenn das nicht mit Korruption zusammenhing, dann gibt es wahrscheinlich in der Bundesrepublik keinen zweiten Fall an Korruption mehr. Das war sehr dreist, was man sich da erlaubte!

    Das muss auch den Begehrlichkeiten der Griechen nicht entgangen sein.

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