Strukturvertrieb HMI
Ergo räumt nach den Skandalen auf

Der umstrittene Finanzvertrieb verliert seine drei führenden Köpfe. Die Organisation bleibt, die Berater sollen aber besser ausgebildet werden. Der Versicherer entdeckt Beratungsfehler und Einflussnahme auf Manager.
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DüsseldorfDer Versicherer Ergo reagiert auf die Skandale dieses Jahres mit einem Neustart seiner umstrittenen Vertriebsorganisation HMI. Die 9600 Vermittler der Organisation verlieren ab Januar ihre drei führenden Köpfe, die sogenannten „Urgeneräle“. Es handele sich dabei um Wolfgang Thust, Manfred Rump und Herbert Knoll, sagte Ergo-Vorstand Rolf Wiswesser am Donnerstag in einer Telefonkonferenz des Versicherers auf Nachfrage von Journalisten. Mit diesen drei Personen seien die Verträge einvernehmlich aufgelöst worden, ab Januar seien sie aus der HMI-Organisation raus. Die geplanten Veränderungen bei HMI würden die drei Urgeneräle mittragen.

Wiswesser legte in der Telefonkonferenz ein deutliches Bekenntnis zu der Organisationsform ab. „Ergo wird auch künftig einen Strukturvertrieb haben“, sagte er. Allerdings soll eine Qualitätsoffensive gestartet werden, um die Beratung der Kunden zu verbessern. Damit reagiert der Versicherer auf die zahlreichen Skandale, über die im Laufe des Jahres berichtet worden war. Für besonderes Aufsehen hatte eine Lustreise der HMI nach Budapest gesorgt, wo eine Sex-Orgie mit Prostituierten stattfand. Dies bezeichnet Ergo offiziell als „Fehlverhalten einiger“. Doch auch Beratungsfehler waren dem Versicherer vorgeworfen worden.

In der Telefonkonferenz bestritt der Versicherer, dass die Vertragsauflösung mit den drei Alt-Generälen etwas mit der umstrittenen Vertreterreise nach Ungarn zu tun gehabt habe. Ergo-Vorstandschef Torsten Oletzky antwortete: „Das hat nichts mit Budapest zu tun, es waren auch nicht alle drei bei der Reise dabei.“ Keine Angaben machte der Versicherer zu einer Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin, er bestätigte nur, dass ein Schreiben eingegangen sei. Keine Aussage gab es auch zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit den Ergo-Skandalen.

Stattdessen hob Ergo den Neustart von HMI hervor. Als sichtbares Zeichen dafür, dass für die Vertriebsorganisation HMI der gleiche hohe Qualitätsanspruch gelte wie für die anderen Vertriebsorganisationen, werde sich die HMI unter Verwendung der Marke Ergo im Januar 2012 umbenennen. „Wir sind überzeugt, dass die Vertriebsform Strukturvertrieb mit unserem Leitbild „Versichern heißt verstehen“ ebenso in Einklang stehen kann wie alle anderen Vertriebswege der Ergo Versicherungsgruppe“, erklärte Oletzky. Die Forcierung der Qualitätsoffensive konzentriere sich auf die Bereiche Beratungsqualität, Kundenbetreuung, Steuerung sowie Kultur und Werte.

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Kommentare zu " Strukturvertrieb HMI: Ergo räumt nach den Skandalen auf"

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  • Und dann diese sich an Laien wendende ERGO-Werbung: eine Versicherung sein zu wollen, die jeder versteht, sozusagen ganz ohne Klauseln, plump geworben in Richtung junges Publikum, welches das Angebot, nicht nachdenken zu brauchen, gern annimmt. Du armes Deutschland.

  • Ich finde das sehr gut. Ich empfand, dass die ERGO immer eine Art stiefmütterliches Verhalten mit der HMI hatte. Durch die Namensänderung und die Integration von ERGO in der neuen HMI wird öffentlich gesagt: "Ja, HMI gehört zu uns ERGO und daher muss HMI das tun, was wir ERGO von uns erwarten."

    HMI wird an die kurze Leine gezogen, wie ein Stiefsohn, der etwas zu weit aus dem Fenster sich gelehnt hat.

    Ich fand das eh etwas schriziphren, für die ERGO gilt eine andere Unternehmenskultur als für HMI. Auch die Werte sind andere. Hamburg-Mannheimer wurde integriert, Victoria ebenfalls nicht. Aber warum nicht HMI?

  • Ein Verbrecher, der sich eine neue Identität zulegt, mit neuem Pass und geändertem Namen, ist und bleibt ein Verbrecher........

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