Studie der Munich Re

Die Kosten des Klimawandels

In den letzten Jahren hat sich die Zahl extremer Wetterphänomene wie Dürren oder Wirbelstürme in den USA verfünffacht. Einer Studie zufolge wird die Zahl weiter steigen. Die Schäden gehen schon jetzt in die Milliarden.
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Die Zahl der Naturkatastrophen steigt, wie etwa von Wirbelstürmen. Quelle: ap

Die Zahl der Naturkatastrophen steigt, wie etwa von Wirbelstürmen.

(Foto: ap)

Frankfurt, München„Die ganze Natur ist eine Melodie, in der eine tiefe Harmonie verborgen ist“, sagte Johann Wolfgang von Goethe. Was er verschwieg: Die Natur besitzt auch große Zerstörungskraft, ihre Melodie klingt zuweilen wie das Tosen eines Hurrikans.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat in einer 250 Seiten umfassenden wissenschaftlichen Analyse, die dem Handelsblatt in Auszügen vorliegt, diese lebensfeindliche Seite der Natur untersucht. Unter dem Titel „Wetterrisiko Nordamerika“ kamen die Forscher zu einem alarmierenden Ergebnis: Allein im ersten Halbjahr 2012 kosteten Hurrikans und Gewitterstürme in den USA die Versicherer 8,8 Milliarden Dollar. Die Studie setzt im Jahr 1980 an und belegt, dass es die höchsten Schäden innerhalb der vergangenen fünf Jahre gab.

Waldbrände wüten im Westen der USA
Western Wildfires
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In den von Dürre geplagten Regionen der USA kämpft die Feuerwehr gegen zahlreiche Waldbrände an. In ländlichen Teilen des nordwestlichen Staates Washington brachen nach Angaben der Behörden innerhalb von 90 Minuten an drei verschiedenen Orten Flammen aus.

APTOPIX Western Wildfires
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Zwei der Brände konnten gelöscht werden, in einem Fall mussten hunderte Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Sign warns drivers of high fire danger in area as smoke from Taylor Bridge Fire rises in distance outside of Cle Elum
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Die Feuergefahr ist aufgrund von Wind, Hitze und Trockenheit weiter extrem hoch.

Western Wildfires
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Männer beobachten am Rande ihrer Ranch in Bettas Road (Washington) das wütende Feuer.

Western Wildfires
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Dieser Mann versucht, das Feuer von seinem Haus fernzuhalten. Bis Dienstag wurden allein in im Staat Washington 70 Häuser zerstört.

FOREST FIRES BURN HOMES IN WASHINGTON STATE
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Rod Pearsall versucht das trockene Land mit Hilfe von Wassersprängern vorm Feuer zu beschützen.

APTOPIX Western Wildfires
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Rundum sind die Flächen abgebrannt - doch das Haus ist vom Feuer verschont geblieben.

Die Prognose für die USA fällt düster aus: „Nordamerika ist allen Wetterrisiken ausgesetzt, und sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität extremer Wetterphänomene werden weiter zunehmen“, heißt es in der Studie. Auch für den Versicherer selbst hat das harte Konsequenzen: „Auf lange Sicht wird das zu wachsenden wirtschaftlichen und Versicherungsschäden führen.“

Nicht nur die Schadenssumme, sondern auch die Zahl der schweren Stürme ist deutlich gestiegen. Waren es früher im Schnitt 50 pro Jahr, stieg die Zahl in den vergangenen Jahren auf 100 bis 150. Im ersten Halbjahr 2012 zählten die Forscher bereits 61.

Derzeit ist es im Mittleren Westen der USA aber vor allem die Dürre, die in den vergangenen Wochen einst fruchtbare Felder in trostlose Wüstenlandschaften verwandelte. Die bisherigen Ernteausfälle schätzen Experten auf zehn Milliarden Dollar. Die Wirbelstürme Beryl und Debby lösten im Frühjahr schwere Überschwemmungen in Florida aus.

Diese Naturereignisse treten zudem in immer kürzeren Abständen auf. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Zahl extremer Wetterphänomene wie Wirbelstürme, Überflutungen oder Dürren in den USA fast verfünffacht. „Es gibt keinen anderen Kontinent, auf dem das so stark nach oben geht“, sagte Peter Höppe, Chef der globalen Risikoforschung der Munich Re.

Die Häufung extremer Wetterereignisse trifft damit ausgerechnet jenes Land, das nach China der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen ist. Und ein Land, das sich ebenfalls mit der Volksrepublik gegen ein verbindliches internationales Klimaschutzabkommen sperrt. „Die Bedeutung des Klimawandels gerade für Nordamerika ist nicht bis zu den Politikern vorgedrungen“, sagt Risikoforscher Höppe.

Dabei war der demokratische US-Präsident Barack Obama Anfang 2009 nicht zuletzt mit dem Wahlversprechen angetreten, ein Klimaschutzgesetz zu verabschieden. „Jetzt ist der Moment, an dem wir gemeinsam diesen Planeten retten müssen“, sagte Obama. Er scheiterte an den Republikanern - und stellte seinen Ehrgeiz anschließend hintenan.

Katastrophenforscher Höppe urteilt streng: „In den USA werden Stimmen, die vor der Erderwärmung warnen, zu wenig gehört.“

Versicherer warnen vor Klimawandel
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7 Kommentare zu "Studie der Munich Re: Die Kosten des Klimawandels"

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  • Wenn die CO2-These richtig ist, muß man für die tatsächliche Erreichung einer nachhaltigen CO2-Emissions-Senkung weltweit ca. 8.000-9.000 Kernkraftwerke der EPR-Klasse (1.700 MW) bauen (egal in welcher Technologie).
    Jeder Kernkraftgegner möge sich ernsthaft mit der CO2-These auseinandersetzen und dann ernsthaft abwägen und dabei vor allem die Mathematik akzeptieren.
    Jedenfalls wird man Wind- und Sonnenkraft als Kleinkram einsortieren müssen.

  • Paukenschlag gegen die Behauptung einer Anthropogenen Erwärmung: Kein anthropogener Fingerabdruck in den Daten
    Die Standardbehauptung der Anhänger der Hypothese einer anthropogenen (vom Menschen verursachten) Erwärmung (AGW) ist, daß sich eine soche Wirkung gleichsam wie ein Fingerabdruck des Menschen aus den gemessenen Daten ablesen lasse. Diese Behauptung ist offenbar falsch, wie eine aktuelle Studie nachweist. Damit stellt die Studie die komplette AGW-These nicht nur einfach in Frage, AGW ist praktisch widerlegt.

    Auf externer Link Earth System Dynamics („An Interactive Open Access Journal of the European Geosciences Union”), einem interaktiven offenen Journal der Europäischen Union der Geowissenschaften, ist eine Studie erschienen, nach der die behaupteten AGW-Einflüsse statistisch in den Beobachtungsdaten nicht nachweisbar sind:

    We show that although these anthropogenic forcings share a common stochastic trend, this trend is empirically independent of the stochastic trend in temperature and solar irradiance. Therefore, greenhouse gas forcing, aerosols, solar irradiance and global temperature are not polynomially cointegrated, and the perceived relationship between these variables is a spurious regression phenomenon. On the other hand, we find that greenhouse gas forcings might have had a temporary effect on global temperature.

    Obwohl die anthropogenen Einflußfaktoren (wie beispielsweise die Emissionen vermeintlicher „Treibhausgase“ einen gemeinsamen stochastischen Trend zeigen, ist dieser Trend empirisch unabhängig vom stochastischen Trend der Temperaturen oder der Sonnenstrahlung. Daher sind Treibhausgas-Einflüsse, Aerosole, Sonnenstrahlung und globale Temperaturen nicht polynomisch miteinander verbunden, und die vermeintliche Verbindung zwischen diesen Variablen ist ein falsches Regressionsphänomen.

    http://tinyurl.com/ahl95xl

  • Selbst wenn CO2 keinerlei Auswirkungen auf das Klima hat, sollte man es nicht riskieren.

    99% aller Arten die jemals auf diesem Planeten gelebt haben existieren nicht mehr und wir kleinen Nasenaffen sind auf der Erd-Zeitachse gerade mal einen Fliegenschiss.

  • Die Erde dürfte in ihrer Geschichte noch nie auf einem Status quo verharrt sein, ein stetiger Wandel also eher die Regel sein.
    Den Klimawissenschaftlern gelingt meist kein verlässlicher Wetterbericht für eine Woche im Voraus, bei künftigen Klimaszenarien dagegen wollen sie uns glaubhaft machen hier voll im Bilde zu sein.
    Unterm Strich werden die Versicherer versuchen mit ihrer Studie höhere Prämien einzutreiben und für die Wissenschaftler fließen mit dem erhöhten öffentlichen Interesse reichliche Forschungsgelder.
    Renommierte IPCC-Wissenschaftler (Intergovernmental Panel on Climate Change) geben als derzeitige globale Temperatur 14,5°C an, IPCC-Literatur von vor 20 Jahren dagegen, dass die globale Temperatur damals bereits 15,5°C betragen habe.
    Wie jetzt, rauf oder runter?

  • So viele Lügen, und am Ende glaubt euch keiner mehr, nicht mal, wenn's die Wahrheit ist.

    Die Natur ist auch gar nicht lebensfeindlich, der Mensch ist es. Schließlich hat die Natur die Artenvielfalt hervorgebracht, die seit dem Auftreten des Unternehmergeistes rapide schrumpft.

    Abkommen sind geduldig, vor allem, wenn sie von denen unterzeichnet werden, die der Industrie freien Lauf lassen. Da darf zum Beispiel an BP erinnert werden und das Aktienspiel der Spekulanten.

    Es wird erst Ruhe einkehren, wenn's denn Menschen nicht mehr gibt.





  • Dazu Vahrenholt hier im HB: "Wir befinden uns in einem El-Nino-Jahr. Alle paar Jahre tritt dieses Wetterphänomen auf, das eine enorme Hitzewelle in den USA erzeugt. Auch wenn oft behauptet wird, Hurrikans und Stürme nähmen zu - es stimmt nicht. Wir hatten einen Anstieg bei den Hurrikans, aber seit Ende der 1990er-Jahre sind sie zurückgegangen. Auch das hängt mit der atlantischen Strömung zusammen."

  • Diese Studie dient sich nur selbst. Die Zahl hat sich nicht verfünffacht,es gibt keineswegs ständig sich verstärkende Wetterphenomene. Die Klimalüge wird irgendwann Vergangenheit sein, dann wird man wohl eine Kometenabwehrabgabe fordern. Ich kann diesen Mist nicht mehr hören.

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