Studie
Deutsche Banken renditeschwach und unfokussiert

Der zunehmende Kostendruck wird vielen deutschen Banken einer Studie zufolge künftig zu schaffen machen. Nur drei Geschäftsmodelle dürften sich langfristig durchsetzen, prophezeit die Managementberatung Bain & Company.
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FrankfurtDeutschlands Banken stehen einer Studie zufolge vor einem radikalen Ausleseprozess. Nur drei Geschäftsmodelle dürften sich langfristig durchsetzen, stellt die Managementberatung Bain & Company in einer am Dienstag veröffentlichten Studie fest. Nach Einschätzung der Experten zählen dazu globale Universalbanken wie die Deutsche Bank, Regionalinstitute wie Sparkassen, Genossenschaftsbanken und die Commerzbank sowie spezialisierte Häuser, beispielsweise reine Vermögensverwalter. „Am Ende werden weniger, fokussierte und renditestärkere Häuser stehen“, erklärt Bain-Deutschlandchef Walter Sinn.

Als Haupttreiber sieht er den zunehmenden Kostendruck in der Branche. Nicht einmal sechs Prozent der Banken verdienten hierzulande ihre Eigenkapitalkosten von acht bis zehn Prozent; in den letzten drei Jahren habe die Eigenkapitalrendite der Institute im Schnitt bei gerade einmal 1,6 Prozent gelegen. Am besten schnitten dabei noch Autobanken und Spezialfinanzierer ab, rechnete Sinn vor.

Für die Branche insgesamt gebe es angesichts der Zinsflaute und des harten Wettbewerbs keine andere Lösung, als die Kosten weiter nach unten zu fahren, etwa durch eine Modernisierung der IT und eine Optimierung der Prozesse. Sinn hält auf Zehn-Jahres-Sicht Kostenreduzierungen um bis zu 30 Prozent für nötig, das wären etwa 25 Milliarden Euro. Damit verbunden wäre nach Bain-Berechnungen die Schließung von weiteren 11.000 Filialen und der Abbau von etwa einem Fünftel der 630.000 Arbeitsplätze in der Branche.

Bain hatte für die Studie die Abschlüsse von fast 2000 Banken in Deutschland einem Langzeitcheck seit 1970 unterzogen. Die seit über zwei Jahren laufenden Spar- und Umbauprogramme von Deutscher Bank und Commerzbank wollte Sinn nicht konkret bewerten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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