Studie
Gehaltseinbruch bei Schweizer Bankern

Schweizer Banker haben im vergangenen Jahr fast ein Viertel weniger verdient. Auch Aufsichtsräte und Spitzenmanager mussten Einbußen hinnehmen. Besonders hart traf es Credit-Suisse-Chef Brady Dougan.
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ZürichBankmanager in der Schweiz haben 2011 im Schnitt deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor. Die Saläre in den oberen Etagen der 34 größten börsennotierten Finanzdienstleister sanken um 23 Prozent, wie eine am Freitag veröffentlichte Untersuchung der Aktionärsvereinigung Ethos zeigt. Konzernchefs mussten sich dabei mit 15 Prozent weniger begnügen.

Durchschnittlich verdiente der CEO einer Schweizer Bank oder Versicherung im Vorjahr 2,5 Millionen Franken (2,1 Millionen Euro). Dabei sind die Schwankungen groß: Der Chef der Credit Suisse, Brady Dougan, trug nach Ethos-Berechnungen 5,8 Millionen Franken nach Hause – 54 Prozent weniger als 2010. Dagegen verdiente Martin Senn, Chef des Versicherungskonzerns Zurich Insurance Group mit 7,9 Millionen Franken zehn Prozent mehr.

Die Vergütungen der Aufsichtsorgane verminderten sich noch deutlicher. Der Verwaltungsratspräsident eines Finanzdienstleisters erhielt 2011 im Schnitt knapp eine Million Franken – 18 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Auch außerhalb der Finanzbranche mussten sich Spitzenmanager mit weniger zufriedengeben, die Einbußen waren mit drei Prozent für Konzern- und 16 Prozent für Verwaltungsratschefs aber weniger deutlich. Zu den Bestverdienern gehörten die Konzernchefs der beiden Pharmariesen Novartis und Roche: Joseph Jimenez und Severin Schwan verdienten mit 15,7 beziehungsweise 12,8 Millionen Franken deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Auch der Konzernchef des Lebensmittel-Weltmarktführers Nestle, Paul Bulcke, wurde mit 11,3 Millionen Franken fürstlich entlohnt, erhielt damit allerdings weniger als 2010.

Auch wenn die Führungskräfte 2011 teilweise weniger verdienten, bleibt nach Ansicht von Ethos das Vergütungsniveau in der Schweiz hoch: Die Top-20 der Geschäftsleitung wurde mit jeweils mehr als fünf Millionen Franken entschädigt, bei den Verwaltungsräten waren es jeweils mehr als eine Million.

Nachholbedarf ortet die bedeutendsten Aktionärsvereinigung der Schweiz weiterhin, wenn es um Transparenz und Mitsprache der Aktionäre bei der Entlohnung der Spitzenmanager geht: Nur knapp die Hälfte der untersuchten Firmen lässt seine Eigentümer konsultativ – also nicht bindend – über die Vergütungen abstimmen.

Dabei nimmt die Opposition zu: Bei den Generalversammlungen 2012 sprachen sich durchschnittlich 14 Prozent der Aktionäre gegen den Vergütungsbericht aus. Bei Aktionärsabstimmung ist Ethos zufolge transparenter, wie sich Entlohnung zusammensetzt, und die Unternehmen seien offener für einen Dialog über die Zahlungen an ihre Manager.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Studie: Gehaltseinbruch bei Schweizer Bankern"

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  • Ja, es ist schon ein hartes Schicksal. Nur noch 5,8 Millionen in einem Jahr! Dabei hat der Mann doch sicherlich eine 500 Stunden-Arbeitswoche und eine fünfzigjährige Berufsausbildung mit schmerzlichsten Einschnitten in Ferien, Freizeit- und Privatleben auf dem Buckel. Und jetzt dies... Aber eben, diese Gattung Überirdischer hat es nicht leicht auf unserem armseligen Proleten-Planeten.

  • Muss noch schnell in den Supermarkt neue Taschentücher kaufen. Habe schon zwei Packungen vollgeheult.

  • In der Schweiz wurde doch mal um die Regel gestritten, das Boni mit 3Jahren Verzug ausgezahlt werden müssen um langfristiges Denken zu fördern. Ein Kollege meint das sei eingeführt und er habe schon von Bankern gehört, die deswegen in Arge Geldnot kamen, weil sie ihre Lebenshaltungskosten zu hoch seien.
    Weiss wer ob da was dran ist? Ich habe dazu bisher nichts mehr gehört.

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