Studie von Ernst & Young sagt Rekord bei Unternehmenskäufen voraus Finanzinvestoren kaufen bis zum Umfallen

Laut einer Studie werden Finanzinvestoren im laufenden Jahr so viel in Deutschland investieren wie nie zuvor. Vor allem auf Immobilien hätten es die Private-Equity-Häuser abgesehen.

HB FRANKFURT. „Es ist viel Geld da“, sagte Joachim Spill, Co-Chef des Bereichs „Transaction Support“ bei der Wirtschaftsberatung Ernst & Young, am Montag in Frankfurt. Zudem habe der Mittelstand zum Teil seine ablehnende Haltung gegenüber Finanzinvestoren abgelegt. „Wir erwarten für das Gesamtjahr 2005 wieder einen Rekord beim Wert der Private-Equity-Investitionen in Deutschland“, sagte Spill.

Im Vorjahr legten Finanzinvestoren nach Zahlen der Wirtschaftsprüfer 23,5 Milliarden Euro in Deutschland an. Ernst & Young bezieht sich allerdings nur auf Transaktionen, deren Wert veröffentlicht wurde.

Spill räumte ein, dass die Preise bei Übernahmen von Unternehmen oder der Abspaltung von Randgeschäften zum Teil deutlich gestiegen sind. Die Finanzinvestoren würden sich aber nicht übernehmen. „Ich vertraue da auf die Regulierungskraft des Marktes“, sagte er. Kritiker warnen hingegen, viele der zuletzt abgeschlossenen Transaktionen rechneten sich kaum noch für die Private-Equity-Häuser. Die übernommenen Firmen, die gewöhnlich mit einer hohen Verschuldung belastet würden, könnten zudem bei der schwachen Konjunktur unter der Last des aufgenommenen Fremdkapitals zusammenbrechen. Ein solches Szenario würde auch eine Gefahr für Banken darstellen, die Finanzinvestoren in großem Umfang Kredite zur Verfügung stellen.

Im ersten Halbjahr 2005 wurden Ernst & Young zufolge bei 53 Transaktionen 12,9 Milliarden Euro in Deutschland investiert und damit der Vorjahreswert geringfügig übertroffen. In der zweiten Jahreshälfte 2004 hatten Private-Equity-Häuser nur 10,9 Milliarden Euro für deutsche Investments ausgegeben. „Das erste Halbjahr ist - sowohl was die Werte als auch die Zahl der Transaktionen anbelangt - ein außerordentlich starkes Halbjahr gewesen“, sagte Ernst & Young-Experte Wolfgang Taudte. Für die zweite Jahreshälfte gebe es „viel Potenzial“, insbesondere im Geschäft mit Immobilien. Davon abgesehen lasse sich aber keine Konzentration auf einzelne Branchen erkennen.

Größte Transaktion in den ersten sechs Monaten 2005 war den Angaben zufolge die Übernahme der Eon-Immobilientochter Viterra durch die deutsche Tochtergesellschaft des britischen Finanzinvestors Terra Firma, die Deutsche Annington. Eon hatte inklusive Schulden von einem Preis von rund sieben Milliarden Euro gesprochen. Die Wirtschaftsprüfer veranschlagen die Transaktion hingegen mit 6,1 Milliarden Euro.

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