Studie von Morgan Stanley: Verschärfter EZB-Strafzins würde Bankenprofit schmälern

Studie von Morgan Stanley
Verschärfter EZB-Strafzins würde Bankenprofit schmälern

Die EZB wird laut Experten im März den Strafzins weiter verschärfen. Eine Studie von Morgan Stanley zeigt: Europäische Banken müssen mit Gewinneinbußen rechnen. Deutsche Institute würde das wohl besonders hart treffen.

LondonEin verschärfter Strafzins für Banken durch die EZB droht laut Morgan Stanley die Gewinne der europäischen Geldhäuser zu schmälern. Die Analysten der US-Großbank beziffern den Effekt in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie auf fünf bis zehn Prozent.

Sie veranschlagen darin in einem Szenario eine Senkung des sogenannten Einlagensatzes auf minus 0,5 von derzeit minus 0,3 Prozent. Damit würden die Gewinne der Banken in der Euro-Zone 2017 im Durchschnitt um rund zehn Prozent geschmälert. Besonders deutsche Banken dürften dies zu spüren bekommen, da sie den Großteil der bei der EZB geparkten Gelder stellten.

Die Währungshüter werden nach Einschätzung von Volkswirten auf ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung im März wahrscheinlich den Strafzins weiter verschärfen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihn im Juni 2014 zum ersten Mal unter die Nulllinie gesenkt. Nach weiteren zwei Schritten im September 2014 und im Dezember vergangenen Jahres liegt er bei minus 0,3 Prozent. Finanzinstitute müssen somit eine Strafgebühr zahlen, wenn sie bei der EZB über Nacht überschüssige Liquidität parken. Die Notenbank will damit erreichen, dass weniger Geld gehortet wird und es stattdessen in die Kreditvergabe fließt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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