Subprime-Hypotheken Warum Anleger China fürchten sollten

In der US-Subprime-Krise verdiente Kyle Bass Geld mit Wetten gegen Hypotheken. Nun glaubt er, dass sich die Geschichte wiederholt – allerdings in China. Chinas Banken stünden vor großen Verlusten, warnt der Manager.
Jahrelang ging es für die Preise chinesischer Immobilien hoch hinaus. Nun droht die Krise. Quelle: dpa
Chinas Immobilienmarkt

Jahrelang ging es für die Preise chinesischer Immobilien hoch hinaus. Nun droht die Krise.

(Foto: dpa)

New YorkKyle Bass ist ein Hedgefondsmanager, der während der Subprime-Krise erfolgreich gegen Hypotheken gewettet hat. Jetzt warnt er, im chinesischen Bankensystem könnte es zu Verlusten kommen, die mehr als viermal höher sind als das, was die US-Banken während der letzten Krise verloren.

Sollte das chinesische Bankensystem aufgrund fauler Kredite zehn Prozent seiner Aktiva einbüßen, würde das rund 3,5 Billionen Dollar an Eigenkapital aufzehren. Das erklärte Bass, Gründer von Hayman Capital Management in Dallas, in einem Schreiben an Investoren. Der Brief liegt Bloomberg vor. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt müsste letzten Endes Yuan im Gegenwert von mehr als zehn Billionen Dollar für die Rekapitalisierung ihrer Banken drucken. Das würde zu einem Abwertungsdruck gegenüber dem Dollar von über 30 Prozent führen, meint Bass.

Der 46-jährige Bass kam groß heraus, als er 2007 gegen Hypotheken wettete und Gewinne kassierte, während die größten Banken der Welt mehr als 80 Milliarden Dollar an Subprime-Verlusten abschreiben mussten. Aber seither hatte er nicht immer ein glückliches Händchen bei seinen Wetten, so etwa als er 2010 auf einen Zusammenbruch des japanischen Bondmarkts spekulierte.

Größte Neujustierung

„Was wir erleben ist die Neujustierung des größten volkswirtschaftlichen Ungleichgewichts, das die Welt je gesehen hat”, schrieb Bass. „Kredit hat in China sein kurzfristiges Limit erreicht, und das chinesische Bankensystem wird einen Verlustzyklus durchlaufen, der tiefgehende Auswirkungen auf den Rest der Welt haben wird.”

Warum an den Börsen 2015 die Hölle los war
Volatilität
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2015 war ein aufregendes Börsenjahr. Selten zuvor haben die Kurse so stark geschwankt. Vor allem in Asien sprangen die Börsen wild hin und her. Doch trotz der Schwankungen blieben die Anleger dem Handel nicht fern. Einer Auswertung der World Federation of Exchanges zufolge stieg im asiatisch-pazifischen Raum die gesamte Marktkapitalisierung 2015 um zehn Prozent.

Wert der gehandelten Aktien
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Insgesamt wurden 2015 Aktien im Wert von rund 114 Billionen Dollar (104 Milliarden Euro) gehandelt. Verglich mit den 81 Billionen Dollar 2014 ist das eine Steigerung von 41 Prozent. Für den deutlichen Wertzuwachs war vor allem die Handelsaktivitäten in Asien verantwortlich. Dort stieg der Wert der gehandelten Papiere um satte 127 Prozent auf knapp 54 Billionen Dollar.

Handelsaktivität in China besonders hoch
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An den Börsen in China wuchs die Handelsaktivität überproportional an. Der Wert der gehandelten Aktien stieg hier um sage und schreibe 218 Prozent von 13,5 auf 43 Billionen Dollar an, was einen Großteil des Wertes gehandelter Aktien im gesamten asiatisch-pazifischen Raum ausmacht.

Anzahl der Trades
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Auch bei der Anzahl der Trades erfuhren die Börsen im asiatisch-pazifischen Raum einen deutlichen Zuwachs. Waren es 2014 noch acht Milliarden abgeschlossene Geschäfte stieg die Zahl im vergangenen Jahr um 94 Prozent auf 15,5 Milliarden. Damit wurde ein Großteil der weltweiten Aktiengeschäfte dort ausgeführt. Insgesamt wurden 23,7 Milliarden Trades abgeschlossen (+ 55 Prozent).

Weltweite Marktkapitalisierung
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Während die Marktkapitalisierung im Asien 2015 stieg, sank die weltweite Marktkapitalisierung um 1,3 Prozent auf 67 Billionen Dollar. In Nord- und Südamerika sank sie um fast acht Prozent. In Europa und Afrika ging sie um drei Prozent zurück.

Börsengänge
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Die Zahl der Börsengänge ist 2015 um 9,6 Prozent gestiegen, obwohl die Investitionen um 17 Prozent von 242 auf 202 Milliarden Dollar gesunken sind. Die Investitionen in bereits gelistete Papiere hingegen stiegen um 41 Prozent auf 914 Milliarden Dollar.

Derivate
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Der Derivatehandel verzeichnete einen Anstieg um 11,6 Prozent. Vor allem die Kapriolen an den Rohstoff- und Devisenmärkten ließ viele Anleger bei Derivaten zugreifen.

Bass zufolge hat sein Hedgefonds die meisten der riskanteren Anlagen seit Mitte vergangenen Jahres verkauft, um sich für 18 Monate für verschiedene Ereignisse zu positionieren, die entlang des Wegs der Neujustierung der chinesischen Kredite und der Währung wahrscheinlich eintreten werden. Auf Anfrage von Bloomberg erklärte er per E-Mail, dass rund 85 Prozent seines Portfolios in Wetten mit Bezug auf China investiert seien.

„Die Probleme, vor denen China steht, sind beispiellos”, schrieb Bass in seinem Brief. Sie seien so groß, dass es allen Einsatz der chinesische Regierung erfordern werde, die Ungleichgewichte zu korrigieren. „Risikoanlagen sind nicht das, was man haben sollte, wenn all dies passiert.”

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