Teilverstaatlichtes Institut
Bank of Ireland überrascht mit Verlust positiv

Die teilverstaatlichte Bank of Ireland hat weit weniger Verlust gemacht als erwartet. Dennoch fehlen dem Kreditinstitut Milliarden, um krisenfest zu sein. Deshalb dürfte der Einfluss des Staates noch zunehmen.
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DublinDie Bank of Ireland hat der desolaten irischen Bankenbranche überraschend einen weiteren Milliardenverlust erspart. Das Institut vermeldete am Donnerstag für das vergangene Jahr ein Minus von netto 609 Millionen Euro, während sich Branchenexperten im Schnitt auf 1,9 Milliarden Euro gefasst gemacht hatten.

Der Verlust wurde jedoch vor allem durch eine Umschuldung sowie neue Wertberichtigungen begrenzt. Das zugrundeliegende Bank-Geschäft beeindruckte die Experten nicht - zumal die gesamte irische Branche weiter auf eine finanzielle Notbeatmung durch die Europäische Zentralbank angewiesen ist.

Bankchef Richie Boucher sprach zwar von einer Trendwende. "Wir haben uns von einem Überlebenskampf hin zur Stabilisierung bewegt." Dennoch droht das Traditionshaus bald mehrheitlich in Staatsbesitz zu gelangen, weil die Bank of Ireland nach einem Stresstest der irischen Notenbank weitere fünf Milliarden Euro benötigt, um krisensicher zu werden.

Der Großteil des durch eine hemmungslose Kreditvergabe ruinierten irischen Bankensektors ist bereits verstaatlicht. Die Rechnung für die Rettung der Branche beläuft sich auf rund 70 Milliarden Euro. Der größte Rivale der Bank of Ireland, die Allied Irish Banks, hatte erst Anfang der Woche einen Jahresverlust von mehr als zehn Milliarden Euro bekanntgegeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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